WISSENSLEXIKON VON A BIS Z

Das Wissenlexikon von A bis Z erklärt kurz und verständlich die wichtigsten Begriffe des Steuerrechts. Klicken Sie auf den jeweiligen Buchstaben oder nutzen Sie die praktische Suchfunktion.

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Abgeltungssteuer
Bei bestimmten Kapitalerträgen wie zum Beispiel Zinserträge, Dividenden, Fondserträge aber auch bei Erträgen aus bestimmten Kursgewinnen wird die Steuer bereits direkt durch den Abzug von den Kapitalerträgen erhoben. Der Sparer erhält nur noch eine „Netto“-Auszahlung. Wie der Name schon sagt ist die Einkommensteuer damit grundsätzlich abgegolten und die Einnahmen werden nicht mehr in die Berechnung der persönlichen Einkommensteuer mit einbezogen. Dies gilt nur, sofern die Erträge nicht unter speziellen Voraussetzungen zu berücksichtigen sind oder zu den Gewinneinkünften bzw. den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zählen. In Höhe des Sparerpauschbetrags von 801 Euro bei Ledigen bzw. 1.602 Euro bei Verheirateten oder Lebenspartnern kann ein sogenannter Freistellungsauftrag gestellt werden. Bei Einnahmen bis zu dieser Höhe wird dann keine Abgeltungssteuer abgezogen. Sind die Kapitalerträge bei anderen Einkunftsarten oder aus besonderen Gründen in der Einkommensteuererklärung zu berücksichtigen so wirkt die Abgeltungssteuer wie eine Vorauszahlung auf die tatsächliche Einkommensteuer. Außerdem kann jeder auf Antrag seine Kapitalerträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. Das Finanzamt prüft im Rahmen der Günstigerprüfung den niedrigsten Steuerabzug. Auch hier wird die Abgeltungssteuer ggf. natürlich wieder wie eine Vorauszahlung behandelt. Wenn der Sparerpauschbetrag nicht voll ausgeschöpft wurde oder ein Verlust aus den Vorjahren vorhanden ist, kann man noch in der Einkommensteuererklärung die Anwendung und Überprüfung mit dem Abgeltungssteuersatz beantragen. Derzeit beträgt dieser 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die Abgeltungssteuer und ggf. Kirchensteuer, wenn Sie einer entsprechende Religionsgemeinschaft angehören. Für den Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungssteuer hat sich nach dem 31.12.2000 übrigens nichts geändert, dieser fällt unverändert an. Stand: 23.02.2021
Abhilfebescheid
Bei einem Einspruch gegen einen Steuerbescheid ergeht ein Abhilfebescheid, wenn das Finanzamt dem Einspruchsführer Recht gibt. Der Abhilfebescheid korrigiert den ursprünglichen Bescheid und beendet das Einspruchsverfahren, wenn dem Einspruch in allen Punkten zugestimmt wird. Gegen den Abhilfebescheid kann man erneut Einspruch einlegen. Stand: 23.02.2021
Abschreibung (AfA)
Abschreibungen sind notwendig für den korrekten Wertansatz von Vermögensgegenständen in der Handelsbilanz. Steuerlich werden Abschreibungen als Absetzung für Abnutzung (AfA), außergewöhnliche Absetzung für Abnutzung (AfaA), Absetzung für Substanzverringerung (AfS) und Teilwertabschreibung bezeichnet. Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, müssen in der Handelsbilanz mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen angesetzt werden. Dies entspricht der steuerlichen AfA. Hier erfolgt die Verteilung der Anschaffungs- und Herstellungskosten auf die Nutzungsdauer eines abnutzbaren Wirtschaftsguts. Im folgenden dargestellt, ergeben sich daher für Gewinneinkünfte verschiedene Möglichkeiten der Abschreibung bzw. AfA. Sofern Wahlrechte vorhanden sind, können diese seit 2010 unabhängig voneinander sowohl in der Handelsbilanz als auch in der Steuerbilanz ausgeübt werden. Die Führung eines laufenden Verzeichnisses ist bei Abweichungen notwendig. Die jährlichen Abschreibungsbeträge stellen Betriebsausgaben dar. Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens werden regelmäßig AfA Tabellen mit den Angaben der Nutzungsdauer vom Gesetzgeber herausgegeben. Möchte man davon abweichen, sollte dies begründet werden können. Es besteht keine Verpflichtung zur Anwendung der Tabellen, allerdings zur korrekten Bestimmung bzw. Schätzung der Nutzungsdauer. Ab dem Zeitpunkt der Anschaffung ist eine Abschreibung vorzunehmen. Bei Herstellung gilt der Zeitpunkt der Fertigstellung. Die AfA kann im Jahr der Anschaffung nur zeitanteilig vorgenommen werden. Die Monate vor Anschaffung dürfen nicht berücksichtigt werden. Scheidet ein Wirtschaftsgut aus dem Betriebsvermögen aus, darf ebenfalls nur zeitanteilig abgeschrieben werden. folgende Methoden sind möglich - linear - degressiv - nach Maßgabe der Leistung - Absetzung für Substanzverringerung - Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung Die Beträge bei der linearen Abschreibung bleiben jährlich gleich, Bei der wieder eingeführten degressiven Abschreibung vermindern sich diese jährlich. Nach Maßgabe der Leistung kann abgeschrieben werden, wenn die Leistung des Wirtschaftsguts jährlich erheblich schwankt und somit ein unterschiedlicher Verschleiß eintritt. Der Umfang der Leistung wie zum Beispiel Maschinenstunden oder Kilometer muss nachgewiesen werden. Eine AfA für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung (AfaA) ist vorzunehmen, wenn die wirtschaftliche Nutzbarkeit eines Wirtschaftsguts gesunken ist. Dies liegt zum Beispiel bei einem Kfz-Schaden vor, der nicht behoben wird, weil das Kfz noch betriebsbereit ist. Die lineare und degressive AfA wird in eigenen Punkten im Lexikon näher erläutert. Die Absetzung für Substanzverringerung (AfS) betrifft explizit Betriebe mit Verbrauch einer Substanz also Bergbauunternehmen und Steinbrüche beispielsweise. Hier wird die geförderte Menge abgesetzt. Die Abschreibung auf Gebäude wird mit festen AfA-Sätzen linear oder degressiv vorgenommen. Die degressive AfA kommt nur noch bei Bestandsfällen, bei denen sie bereits läuft, zur Anwendung. Die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung stellen in der Regel die Anschaffungs- und Herstellungskosten her. Besonderheiten ergeben sich, wenn ein Wirtschaftsgut ins Betriebsvermögen eingelegt oder entnommen wird und wenn sich die Nutzung ändert bzw. ein Übergang zur Buchführung erfolgt bei vorangegangener Schätzung oder Durschnittsbesteuerung nach § 13a EStG. Die Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung stellt eine außerplanmäßige Abschreibung dar. Außerplanmäßig ist auch die Teilwertabschreibung, die alle Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens und Umlaufvermögens eines bilanzierenden Unternehmens betreffen können. Zudem gibt es weitere Sonderregelungen für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Dazu gehören - Wahlrecht zur Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern (siehe Stichpunkt) - Bildung eines Sammelpostens, sog. „Pool-Abschreibung“ (siehe Stichpunkt) - Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau gem. § 7 b EStG - Sonderabschreibung gem. § 7 c EStG von 50 % der AK für Elektronutzfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenfahrräder im Jahr der Anschaffung - Sonderabschreibung gem. § 7 g Abs. 5 EStG 5 Jahre bis zu 20% der AHK von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, sofern die Größenordnung und die betriebliche Nutzung eingehalten werden - AfA bei Gebäuden in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsgebieten § 7 h EStG - AfA bei Baudenkmälern § 7 i EStG Nach Ablauf des Begünstigungszeitraums von Sonderabschreibungen ist die AfA anzupassen auf den Restwert und die Restnutzungsdauer. Bei Gebäuden bestimmt sie sich nach dem Restwert und dem Gebäude-AfA-Satz. Eine besonderes Wirtschaftsgut stellt ein entgeltlich erworbener Firmenwert dar. Handelsrechtlich ist eine Nutzungsdauer von zehn Jahren und steuerlich von 15 Jahren vorgeschrieben. Für Überschusseinkünfte sind folgende Abschreibungsregeln gleichlautend anzuwenden: - lineare AfA - Absetzung für Substanzverringerung - AfaA - Wahlrecht zur Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern - Gebäudeabschreibung - Sonderabschreibung für Mietwohnneubauten § 7 b EStG - AfA bei Gebäuden in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsgebieten § 7 h EStG - AfA bei Baudenkmälern § 7 i EStG Nicht aufgeführte AfA Methoden bleiben den Gewinneinkünften vorbehalten. Stand: 23.02.2021
AfA-Tabellen
Vom Bundesministerium für Finanzen herausgegebene Tabellen mit Angaben der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von neuen abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens. Es gibt eine AfA- Tabelle für allgemein verwendbare Wirtschaftsgüter sowie diverse Tabellen für unterschiedliche Wirtschaftszweige. Die vorgegebene Nutzungsdauern sind nicht zwingend zu übernehmen. Allerdings sollten Abweichungen begründet werden können. Eine Verpflichtung besteht nämlich für die korrekte Bestimmung der Nutzungsdauer, auch im Wege der Schätzung. Die Nutzungsdauer von Wirtschaftsgütern, die bereits gebraucht sind können nicht mit den AfA-Tabellen bestimmt werden. Sie müssen ebenfalls geschätzt werden. Außerdem können natürlich Abweichungen auch berücksichtigt werden. Dies bedeutet zum Beispiel, dass bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, eine Erhöhung des linearen AfA-Satzes aufgrund von Schichtbetrieb möglich ist. Stand: 07.03.2021
Anlagevermögen
Das Anlagevermögen umfasst die Vermögensgegenstände, welche dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Das Anlagevermögen ist in der Bilanz auf der Aktivseite auszuweisen und zu untergliedern. Kapitalgesellschaften haben mindestens die im HGB gem. § 266 Abs. 2 vorgeschriebene Gliederung auszuweisen. Abzugrenzen ist das Anlagevermögen vom Umlaufvermögen. Die Entscheidung über die Zuordnung des Wirtschaftsguts zum Anlage- oder Umlaufvermögen ist im Zeitpunkt der ersten Betriebszugehörigkeit zu treffen. Wenn sich die Verwendung ändert, kann sich auch die Zuordnung ändern. Bei einer beabsichtigten Veräußerung ohne Änderung der Verwendung bleibt das Wirtschaftsgut so lange Anlagevermögen bis es veräußert wurde. Bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens ist AfA zu berücksichtigen. Steuerrechtlich ist ein Aktivierungsverbot für unentgeltlich erworbene oder selbst geschaffene immaterielle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens zu beachten. Handelsrechtlich besteht dazu ein Wahlrecht. Stand: 15.03.2021
Arbeitskleidung
Die Aufwendungen für typische Arbeits- oder Berufskleidung sind abziehbar, wenn die Gegenstände eindeutig überwiegend beruflich verwendet werden. Zur typischen Arbeitskleidung gehören Kleidungsstücke, die nahezu ausschließlich für die berufliche Verwendung bestimmt sind, wie zum Beispiel Schutzkleidung, Uniform, Arzt-Kittel, Helm oder Arbeitshandschuhe. Sobald doch eine private Nutzung der Kleidung möglich ist, entfällt die Abzugsmöglichkeit. Nicht als Arbeitskleidung zugelassen sind hingegen bspw. Funktionsunterwäsche, die weiße Hose des Arztes, Kleidung eines Foto-Models, Schuhe eines Briefträgers usw. Wenn die Arbeitskleidung als solche anerkannt wird, können auch die Reinigungskosten als Werbungskosten berücksichtigt werden. Stand: 15.03.2021
Arbeitszimmer
Ein Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden können Steuerzahler grundsätzlich nicht von der Steuer absetzen. Der Fiskus macht aber eine Ausnahme, wenn das häuslichen Arbeitszimmer der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellt. Dann können die Kosten ohne Abzugsbeschränkung geltend gemacht werden. Liegt der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit nicht im häuslichen Arbeitszimmer gibt es noch die Möglichkeit einen Betrag von bis zu 1250 € zu berücksichtigen, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Voraussetzung ist außerdem, dass es sich um einen separaten Raum handelt, der mindestens zu 90% für die berufliche oder betriebliche Tätigkeit genutzt wird. Eine Arbeitsecke wird daher beispielsweise nicht anerkannt. Arbeitsmittel wie PC, Bürotisch, Stuhl etc. sind diese übrigens separat zu berücksichtigen, da diese nicht unter die Kosten für ein Arbeitszimmer fallen. Ist das Arbeitszimmer übrigens außer Haus oder handelt es sich um Produktionsräume mit besonderer Einrichtung bzw. um Räume in denen überwiegend und viel Kundschaft, Mandanten oder Patienten empfangen werden liegt kein „häusliches“ Arbeitszimmer vor, was den unbegrenzten Abzug der Ausgaben zur Folge hat. Wird das Arbeitszimmer von Unternehmern geltend gemacht, sind besondere Aufzeichnungspflichten zu beachten. Aufgrund der Corona Pandemie hat der Gesetzgeber für 2020 und 2021 eine „Homeoffice-Pauschale“ eingeführt. Wer kein häusliches Arbeitszimmer hat, dem bleibt die Pauschale in Höhe 5 € täglich, höchstens aber 600 € jährlich. Pro Person dürfen so maximal 120 Arbeitstage im Homeoffice berücksichtigt werden, wenn der/diejenige auch ausschließlich im Homeoffice tätig war. Höhere tatsächliche Aufwendungen fürs Homeoffice dürfen nicht abgezogen werden. Die Pauschale wirkt sich bei Arbeitnehmern/innen daher erst aus, wenn diese mit anderen tatsächlich angefallenen Werbungskosten den Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.000 € überschreitet. Allerdings sollte vorab immer geprüft werden, ob nicht durch eine pandemiebedingte Betriebsschließung kein anderer Arbeitsplatz mehr zur Verfügung steht und somit unter den weiteren Voraussetzungen erstmalig ein beschränkter Abzug für ein Arbeitszimmer möglich ist (siehe oben). Stand: 15.03.2021
Aufbewahrungsfrist
Es gibt sowohl steuer– als auch handelsrechtliche Aufbewahrungsfristen. Sie bestimmen, wie lange Schriftstücke aufbewahrt werden müssen. Als Bestandteil der Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten betreffen die Regelungen gemäß § 147 AO und § 257 HGB Personen die zur Buchführung oder zur Aufzeichnung (z.B. bei Einnahmenüberschussrechnung) verpflichtet sind. Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüsse müssen im Original aufbewahrt werden. Für die anderen Unterlagen ist eine Aufbewahrung auch via Daten- oder Bildträger möglich. Im HGB und der AO sind Aufbewahrungsfristen von zehn und sechs Jahren geregelt. Müssen Unterlagen nach anderen Vorschriften für einen kürzeren Zeitraum aufbewahrt werden, ist dies unbeachtlich. Zehn Jahre lang sind insbesondere Eröffnungsbilanzen, Bücher, Inventare, Jahresabschlüsse, Lageberichte, Buchungsbelege sowie Aufzeichnungen, Arbeitsanweisungen und Organisationsunterlagen dazu aufzubewahren. Die sechsjährige Aufbewahrungsfrist gilt beispielsweise für Handels und Geschäftsbriefe und sonstige Unterlagen. Da es sich um eine öffentlich rechtliche Verpflichtung handelt, ist bei Buchführungspflichtigen die Bildung einer Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten zu nennen. Weitere Aufbewahrungspflichten können sich aus anderen Regelungen ergeben, wie z.B.: • sechs Jahre für Lohnkonten (§ 41 Abs. 1 Satz 9 EStG) • zwei Jahre für Rechnungen, Zahlungsnachweise oder anderen Unterlagen wenn der Leistungsempfänger kein Unternehmer ist oder die Leistung für den nicht unternehmerischen Bereich verwendet (§ 14 b Abs. 1 Satz 5 UStG) • Sechs Jahre für Unterlagen der Überschusseinkünfte bei Steuerpflichtigen, deren Summe der positiven Einkünfte 500.000 Euro übersteigt Die Aufbewahrungsfrist beginnt immer mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung oder Aufzeichnung gemacht wurde oder das Inventar, die Eröffnungsbilanz oder der Jahresabschluss festgestellt worden oder Handels- und Geschäftsbriefe abgesandt oder empfangen wurde. Stand: 15.03.2021
Berufsausbildung
Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung oder das Erststudium sind nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG bis zu dem Höchstbetrag von 6.000 Euro im Kalenderjahr als Sonderausgaben abzugsfähig. Dies gilt nur, wenn die Berufsausbildung nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses ausgeübt wird, und somit keine Werbungskosten oder Betriebsausgaben vorliegen. Fort- und Weiterbildungen stellen ebenfalls Betriebsausgaben oder Werbungskosten da, da sie Fachkenntnisse und Fähigkeiten in einem ausgeübten Beruf erhalten und erweitern sollen. Abzugrenzen sind außerdem die Kosten für ein Zweitstudium, eine zweite Ausbildung bzw. ein Erststudium nach einer Ausbildung, welche vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben darstellen. Abziehbare Aufwendungen sind zum Beispiel Arbeitsmittel, Fachliteratur, Lehrgangs-, Schul- und Studiengebühren, Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort, Verpflegungsmehraufwendungen u.v.m. Stand: 15.03.2021
Betriebsausgaben
Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. (§ 4 Abs. 4 EStG). Sind Betriebsausgaben sowohl privat als auch betrieblich veranlasst, besteht seit 2009 ein Aufteilungsgebot, wenn die berufliche oder betriebliche Veranlassung mindestens 10 % beträgt und sich die Aufwendungen in einen beruflichen und privaten Anteil trennen lassen. Selbstverständlich darf es sich dabei nur um Aufwendungen handeln, deren Abzug nicht von vornherein ausgeschlossen ist. Bestimmte Betriebsausgaben die betrieblich veranlasst sind, dürfen den Gewinn aber nicht oder nur teilweise mindern. Ist ein Abzug zugelassen, sind weitere Aufzeichnungspflichten zu berücksichtigen. Diese sind in § 4 Abs. 4a, 5, 5b, 9 und 10 EStG dargestellt. Dazu zählen unter anderem die Gewerbesteuer, Geschenke mit einem Wert über 35 Euro, Bewirtungen aus geschäftlichem Anlass, Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte über den Pauschalen usw. Außerdem sind Betriebsausgaben im Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen nicht abzugsfähig. Dazu zählen zum Beispiel Dividenden, die unter das Teileinkünfteverfahren fallen. Stand: 15.03.2021
Betriebsnotwendiges Vermögen
Betriebsnotwendiges Vermögen ist das Vermögen, dass ausschließlich dem Betriebszweck dient. Ohne das betriebsnotwendige Vermögen kann ein Betrieb seinen Zweck nicht erfüllen. Im Umkehrschluss kann deshalb nicht betriebsnotwendiges Vermögen wie zum Beispiel Wertpapiere vorhanden sein. Stand: 15.03.2021
Bilanz
Die Bilanz enthält die Gegenüberstellung von Vermögen auf der Aktivseite und Kapital auf der Passivseite. Sie ist wie die Gewinn- und Verlustrechnung Bestandteil des Jahresabschlusses. Gemäß § 245 HGB ist diese auch zu unterschreiben. Handelsrechtlich ist eine Bilanz für buchführungspflichtige Kaufleute aufzustellen. Für Kapitalgesellschaften gelten zahlreiche Sondervorschriften hinsichtlich der Aufstellung und der Gliederung der Bilanz. Für Gewerbetreibende, die bereits nach dem HGB buchführungspflichtig sind, stellt die Handelsbilanz die Grundlage für die Steuerbilanz oder die Übergangsrechnung dar. Für buchführungspflichtige Land- und Forstwirte, oder solche die freiwillig Bücher führen und für Gewerbetreibende, die freiwillig Bücher führen wird eine Bilanz gemäß § 4 EStG aufgestellt. Eine Bilanz ist aufzustellen bei der Eröffnung eines Unternehmens, am Ende eines jeden Wirtschaftsjahres, sowie beim Übergang von der Einnahmenüberschussrechnung zum Betriebsvermögensvergleich. Dies gilt auch bei Betriebsbeendigung. Eine Bilanz ist im Original zehn Jahre lang aufzubewahren. Stand: 15.03.2021
Buchwert
Der Wert mit dem die Vermögensgegenstände und Schulden in der Bilanz ausgewiesen sind wird Buchwert genannt. Der Buchwert sind die Anschaffungs- der Herstellungskosten nach Berücksichtigung aller Zu- und Abschreibungen. Aufgrund der unterschiedlichen Höhe von Buchwert und realem Wert können stille Reserven vorhanden sein. Stand: 15.03.2021
Cashflow
Der Cashflow stellt den Zahlungsmittelfluss in einem Unternehmen pro Periode dar. Er ergibt sich aus der Summe der Einzahlungen abzüglich der Summe der Auszahlungen zuzüglich dem Anfangsbestand der an Zahlungsmitteln vorhanden ist. Aufgrund der Daten lassen sich Aussagen über die Finanzlage eines Unternehmens machen. Es lassen sich aus dem Cashflow verschiedene Kennzahlen weiterentwickeln wie zum Beispiel der Verschuldungsgrad oder die Schuldentilgungsfähigkeit. Daher wird er oft auch bei einer Prüfung für eine Kreditvergabe berechnet. Stand: 15.03.2021
Controlling
Controlling ist der Unternehmensbereich, der die Verantwortlichen im Unternehmen mit den Informationen aus dem Unternehmen insbesondere dem Rechnungswesen versorgt, damit für das Unternehmen relevante Entscheidungen getroffen werden können. Das Controlling ist demnach wichtig für die Planung, die Überprüfung und die Entscheidung. Es können wirtschaftliche Ziele definiert werden, die im laufenden Prozess durch Soll-Ist Vergleich überprüft werden können. Stand: 15.03.2021
Crowdfunding
Durch Crowdfunding können sich Start-Up-Unternehmen durch Spenden und Beteiligungen von finanzkräftigen Unternehmen oder Sponsoren unterstützen lassen. Um diese zu finden, wird eine Internetsuche über spezielle Plattformen und Websites vorgenommen. Die europäische Union hat mittlerweile Grundregeln festgelegt, die für Angebote der Plattformen für den gesamten EU Binnenmarkt gelten und die durch klarstellende Informationen über Projekte und Risiken mehr Sicherheit schaffen sollen. Stand: 15.03.2021
Cyberkriminalität
Cyberkriminalität umfasst Angriffe im digitalen Bereich wie z.B. auf Netzwerke und Computersysteme. Ziel der Kriminellen ist oft der Diebstahl von Daten, oder aber auch die Beschädigung und Veränderung der Daten, Software oder auch der Hardware. Stand: 15.03.2021
Damnum
Betriebliche Darlehen sind in der Bilanz mit dem Rückzahlungsbetrag auszuweisen. Wird das Darlehen nicht in voller Höhe ausbezahlt und ein vorweg zu zahlender Zinsanteil = Damnum einbehalten, muss deshalb in der Steuerbilanz dafür ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten gebildet werden und über die Laufzeit aufgelöst werden. In der Handelsbilanz besteht dafür keine Verpflichtung sondern ein Wahlrecht. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird wie folgt aufgelöst: – linear bei Fälligkeitsdarlehen (in gleichen Beträgen) – degressiv bei Tilgungsdarlehen (in fallenden Beträgen) Bei Einnahmenüberschussrechnung oder Überschusseinkünften stellt das Damnum sofort abzugsfähige Betriebsausgabe oder Werbungskosten dar. Voraussetzung dafür ist, dass es sich um ein marktübliches Damnum handelt. Seit 2004 geht man davon aus, dass dies der Fall ist bei einer Zinsfestschreibung von mindestens fünf Jahren mit einem Zinsanteil von bis zu 5 %. Der Teil, der nicht als marktüblich angesehen wird, muss auf die Laufzeit der Zinsbindung oder wenn diese fehlt auf die Laufzeit des Darlehens verteilt werden. Stand: 15.03.2021
Darlehen
Das Darlehen ist die entgeltliche Überlassung von Geld oder Sachen an einen anderen, der diese zuzüglich des Entgelts innerhalb einer bestimmten Zeit zurückzahlen muss. Betriebliche Darlehen sind in der Bilanz des Darlehensnehmers mit dem Rückzahlungsbetrag auszuweisen. Die Entgelte wie zum Beispiel Zinsen und Disagio stellen Betriebsausgaben dar. Erhält der Darlehensnehmer den Kredit unverzinslich, muss am Bilanzstichtag bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr eine Abzinsung vorgenommen werden. Bei Einnahmenüberschussrechnung und Überschusseinkünften stellen die Entgelte Betriebsausgaben oder Werbungskosten dar, wenn der Darlehensnehmer den Kredit für die jeweilige Einkunftsart oder den Betrieb verwendet. Entfällt das Darlehen nur anteilig auf das Unternehmen oder die jeweilige Einkunftsart, kommt eine anteilige Berücksichtigung in Betracht. Eine Abzinsung für unverzinsliche Darlehen ist nicht vorzunehmen. Beim Darlehensgeber ist eine Forderung zu erfassen mit den Anschaffungskosten. Dies gilt nicht für Einnahmenüberschussrechnung und Privatpersonen. Die Entgelte stellen beim Darlehensgeber Betriebseinnahmen dar. Handelt es sich um einen privaten Darlehensgeber sind die Einnahmen bei den Einkünften aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen. Darlehensverträge zwischen nahen Angehörigen werden nur unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich anerkannt. Die Verträge müssen klar, eindeutig und ernsthaft geschlossen worden sein, so dass ein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist. Inhaltlich muss der Vertrag einem Fremdvergleich standhalten können und auch tatsächlich durchgeführt werden. Stand: 15.03.2021
Degressive Abschreibung
Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens hat der Gesetzgeber die degressive AfA aufgrund der Corona Pandemie wieder eingeführt. Seit 2011 war ein steuerlicher Ansatz versagt. Die Handelsbilanz war davon nicht betroffen. Die AfA ist möglich für Wirtschaftsgüter die ab dem 1.1.2020 bis 31.12.2021 angeschafft wurden. Der degressive AfA-Satz beträgt das 2,5fache des linearen AfA-Satzes aber maximal 25 %. Dabei ist ein Übergang von der degressiven zur linearen AfA möglich aber nicht umgekehrt. Im Rahmen der Überschusseinkünfte kann eine degressive AfA nicht geltend gemacht werden. Stand: 15.03.2021
Dienstreise
Die Dienstreise ist eine vorübergehende berufliche Tätigkeit außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte und des Wohnorts. Steuerlich abzugsfähig für eine Dienstreise sind zum Beispiel Fahrtkosten, Mehraufwendungen für Verpflegung, Übernachtungskosten und Reisenebenkosten. Eine Erstattung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer ist ebenso möglich. Stand: 15.03.2021
Doppelte Haushaltsführung
Ein doppelter Haushalt liegt vor wenn man am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnt und auch woanders einen eigenen Hausstand unterhält. Dann sind Kosten für die Unterkunft, für Familienheimfahrten sowie Mehraufwendungen für Verpflegung abzugsfähig. Unterkunftskosten können in tatsächlicher Höhe abgezogen werden bis maximal 1.000 € monatlich. Arbeitgeber können dafür auch Pauschalbeträge von 20 €/Tag in den ersten drei Monaten und anschließend 5 €/Tag erstatten. Es kann je Woche eine Familienheimfahrt angesetzt werden mit der Entfernungspauschale (=einfache Fahrt bzw. nur Entfernung nicht die zurückgelegten km) für die ersten 20 km jeweils 0,30 € darüber hinaus 0,35 €. In den ersten drei Monaten sind außerdem die Verpflegungspauschalen in Höhe von 14 € bei über 8 Stunden und 28 € bei 24 Stunden Abwesenheit abzugsfähig. außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte und des Wohnorts. Steuerlich abzugsfähig für eine Dienstreise sind zum Beispiel Fahrtkosten, Mehraufwendungen für Verpflegung, Übernachtungskosten, Reisenebenkosten. Eine Erstattung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer ist ebenso möglich. Stand: 15.03.2021
Durchlaufende Posten
Durchlaufende Posten werden im Namen und für Rechnung eines anderen vereinnahmt und verausgabt. Sie führen daher nicht zu Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben. Da sie außerdem nicht zum umsatzsteuerlichen Entgelt gehören, ist im jeweiligen Einzelfall besonders zu prüfen, ob tatsächlich durchlaufende Posten vorliegen. Stand: 15.03.2021
Eigenkapital
Das Eigenkapital ist das Kapital, dass bei einem Unternehmen nach Abzug des Fremdkapitals verbleibt. Somit stellt es die Vermögenswerte dar, die mit eigenen Mitteln finanziert wurden. Sind Vermögenswerte vorhanden, deren tatsächliche Werte über den Buchwert liegen, ergeben sich stille Reserven. Diese Stillen Reserven sind nicht im Eigenkapital abgebildet und werden erst bei Veräußerung oder Entnahme aufgedeckt. Das Eigenkapital wird in der Bilanz auf der Passivseite ausgewiesen und wird nochmal untergliedert. Für Kapitalgesellschaften gelten dafür besondere Regeln. Stand: 15.03.2021
Ein-Prozent-Regelung
Die 1 % - Regelung ist eine Möglichkeit, die Privatnutzung von betrieblichen bzw. an Arbeitnehmer überlassene PKW pauschal zu erfassen. Dabei wird der auf 100 Euro abgerundete Bruttolistenneupreis des Autos herangezogen. Monatlich werden 1 % davon versteuert. Damit ist die Privatnutzung abgegolten, es sei denn, es kann durch die Führung eines Fahrtenbuchs die tatsächliche Nutzung nachgewiesen werden. In dem Fall erfolgt eine Versteuerung für die mit dem Fahrtenbuch ermittelten Anteile an den Aufwendungen. Bei Unternehmern ist die Anwendung der 1% - Regelung nicht möglich, wenn das Kfz nur bis zu 50 % betrieblich genutzt wird. Außerdem ergeben sich weitere Vergünstigungen für E-Fahrzeuge. Stand: 18.03.2021
Einnahmenüberschussrechnung
Steuerpflichtige mit Gewinneinkünften ermitteln ihren Gewinn anhand einer Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG wenn sie nicht Buchführungspflichtig sind und auch nicht freiwillig Bücher führen und keine Gewinnermittlung nach Durchschnittsätzen oder Tonnagebesteuerung durchführen. Dazu sind die Einnahmen und die Ausgaben gegenüberzustellen. Außerdem ist der Umfang der Aufzeichnungspflichten geringer. Die GoBD sind dabei in der Regel zu beachten. Die Einnahmenüberschussrechnung muss nach amtlich vorgeschriebenen Vordruck Anlage EÜR übermittelt werden. Entsprechend sind die Anlage AVEÜR, SZE, ER, SE und AVSE zu übermitteln, sofern relevante Daten vorhanden sind. Im Hinblick auf Geltendmachung und Auflösung von Investitionsabzugsbeträgen ist der Übermittlungsverpflichtung besondere Beachtung zu widmen. Das Zu- und Abflussprinzip ist zu berücksichtigen. Dabei sind Zuflüsse und Zahlungen für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben innerhalb der 10 Tagesregel gem. § 11 EStG zu berücksichtigen. Außerdem sind bei Anschaffung von abnutzbaren und nicht abnutzbaren Anlagegütern keine Betriebsausgaben zu erfassen. Lediglich die AfA für abnutzbare Anlagegüter stellt zeitanteilig eine Betriebsausgabe dar. Teilwertabschreibungen sind nicht möglich. Beim Übergang von der Einnahmenüberschussrechnung auf die Bilanz oder umgekehrt sind nicht oder doppelt berücksichtigte Sachverhalte durch Zu- und Abrechnungen zu erfassen. Dies betrifft beispielsweise Rückstellungen, Forderungen und Verbindlichkeiten. Bei Betriebsaufgabe ist grundsätzlich zu Bilanz überzugehen. Stand: 15.03.2021
Einspruch Steuerbescheid
Grundsätzlich ist ein Einspruch gegen einen Steuerbescheid innerhalb der Einspruchsfrist von einem Monat nach Bekanntgabe des Bescheids zulässig. Der Einspruchsführer muss durch den Bescheid beschwert sein. Der Einspruch beim zuständigen Finanzamt ist schriftlich auf dem Postweg oder elektronisch z.B. via E-Mail zu übermitteln. Er kann aber auch direkt beim Finanzamt zur Niederschrift erklären werden. Gibt das Finanzamt dem Einspruchsführer Recht, so erlässt es einen Abhilfebescheid. Andernfalls erhält man eine Einspruchsentscheidung. Ein Einspruch kann aber auch zurückgenommen werden, besonders, wenn im Einspruchsverfahren noch weitere Punkte aufgegriffen werden, die sich negativ auswirken könnten und die ohne Einspruch keine Änderung des Bescheids bewirken. Stand: 18.03.2021
Einzelbewertung
Der Bilanzierungsgrundsatz der Einzelbewertung besagt dass jeder Vermögensgegenstand und jede Schuld einzeln bewertet werden muss. Davon gibt es Ausnahmen wie zum Beispiel die Festbewertung, Gruppenbewertung sowie die Bildung von Bewertungseinheiten. Diese können nur unter Berücksichtigung spezielle Regelungen angewandt werden. Stand: 18.03.2021
Einzelwertberichtigung
Im Rahmen der Einzelbewertung ist bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am Bilanzstichtag ebenfalls eine Überprüfung der Werthaltigkeit durchzuführen. Ergibt sich ein Ausfallrisiko, d.h. bestehen berechtigte Zweifel, dass der Forderungsbetrag eingeht, so handelt es sich um eine zweifelhafte Forderung. In Höhe des Ausfallrisikos ist eine Einzelwertberichtigung zu bilden. Die Umsatzsteuer ist regelmäßig noch nicht zu berichtigen, da dies eine Änderung der Bemessungsgrundlage voraussetzt. Wird eine Forderung einzelwertberichtigt, steht die Uneinbringlichkeit der Forderung aber noch nicht fest, so dass eine Änderung der Bemessungsgrundlage noch nicht eingetreten ist. Stand: 18.03.2021
Elektronische Steuererklärung
ELSTER ist die Abkürzung für elektronische Steuererklärung und ist ein Projekt der Länder und des Bundes. Mit ELSTER ist es möglich, Steuererklärungen und Steueranmeldungen elektronisch zu erstellen und online per Internet an das zuständige Finanzamt zu übermitteln und somit den Bearbeitungszeitraum zu verkürzen. Im Rahmen der vorausgefüllten Steuererklärung können die beim Finanzamt von Dritten übermittelten Daten für die Steuererklärung abgerufen werden. Bei Gewinneinkünften ist sowohl die persönliche Einkommensteuer als auch Erklärungen und Voranmeldungen zur Umsatzsteuer, zum Gewerbesteuermessbetrag, zur Gewerbesteuerzerlegung und der Körperschaftsteuer verpflichtend elektronisch zu übermitteln. Des weiteren besteht Übermittlungspflicht für die E-Bilanz sowie die Anlage EÜR mit den dazugehörigen Formularen. Stand: 18.03.2021
Erhaltungsaufwendungen
Erhaltungsaufwendungen eines Gebäudes stellen in der Regel Kosten dar, die den Zustand eines Gebäudes erhalten sollen, sprich die laufenden Kosten für Instandhaltungen und Erneuerung von bereits vorhandenen Teilen. In Zusammenhang mit steuerlichen Einkünften bedeutet dies, dass solche Aufwendungen grundsätzlich sofort abzugsfähige Werbungskosten oder Betriebsausgaben sind. Abzugrenzen davon sind Kosten für eine Erweiterung oder Standardhebung, die Anschaffungs- oder Herstellungskosten darstellen. Steuerlich ist in den drei Jahren nach Anschaffung zu prüfen, ob es sich bei Erhaltungsaufwendungen um so genannten anschaffungsnahen Erhaltungsaufwand handelt. Dabei gilt eine Grenze von 15 % die innerhalb der drei Jahre nicht überschritten werden darf. In den Fällen in denen die Nettoaufwendungen mehr als 15 % der Anschaffungskosten betragen, sind diese steuerlich als Anschaffungs-/Herstellungskosten umzuwidmen, obwohl sie vom Wesen her Erhaltungsaufwendungen darstellen. Ein Abzug erfolgt dann nur noch über die Nutzungsdauer und nicht sofort. Stand: 18.03.2021
Factoring
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an einen Factor. Dabei handelt es sich in der Regel um ein Kreditinstitut. Das Unternehmen erhält seine Forderungen sofort bezahlt und erlangt dadurch einen Liquiditätsvorteil. Außerdem fällt kein Aufwand mehr für die Debitorenbuchhaltung sowie das Mahn- und Inkassowesen an. Den Einsparungen stehen dementsprechend Zinsen und die Servicegebühr entgegen. Beim unechten Factoring verbleibt außerdem das Ausfallrisiko beim Forderungsverkäufer. Beim echten Factoring übernimmt der Factor auch das Ausfallrisiko, dafür erhält er eine Delkrederegebühr. In diesem Fall liegt eine sonstige Leistung vor, die umsatzsteuerpflichtig ist. Wird das Ausfallrisiko nicht mit übernommen, liegt eine sonstige Leistung vor, die nicht der Umsatzsteuer zu unterwerfen ist da es sich um eine Kreditgewährung handelt. Stand: 18.03.2021
Fahrtenbuch
Mit einem ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuch kann ein individueller Anteil der Privatnutzung von Firmenfahrzeugen nachgewiesen und berücksichtigt werden. Die Anwendung der 1 % Regelung entfällt dann. Der mit dem Fahrtenbuch ermittelte Anteil der Privatnutzung von den Kosten wird statt dessen berücksichtigt. In einem ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuch sind zwingend folgende Angaben zu machen: - jeweils am Anfang und am Ende jeder Fahrt das Datum und der Kilometerstand steht - Reiseziel und Reiseweg - Der Zweck der Reise - Welche Geschäftspartner aufgesucht werden Bei privaten Fahrten reicht die Aufzeichnung der Kilometer ebenso wie bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Für bestimmte Berufsgruppen gibt es Aufzeichnungserleichterungen. Hierunter fallen zum Beispiel Taxifahrer, Kuriere und Monteure. Wichtig ist dass das Fahrtenbuch zeitnah und fortlaufend geführt wird, es dürfen keine Tage oder Angaben ausgelassen werden. Außerdem ist es unerheblich, ob das Fahrtenbuch mit der Hand geführt wird oder ein elektronisches Aufzeichnungssystem zur Hilfe genommen wird. Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an einen Factor. Dabei handelt es sich in der Regel um ein Kreditinstitut. Das Unternehmen erhält seine Forderungen sofort bezahlt und erlangt dadurch einen Liquiditätsvorteil. Außerdem fällt kein Aufwand mehr für die Debitorenbuchhaltung sowie das Mahn- und Inkassowesen an. Den Einsparungen stehen dementsprechend Zinsen und die Servicegebühr entgegen. Beim unechten Factoring verbleibt außerdem das Ausfallrisiko beim Forderungsverkäufer. Beim echten Factoring übernimmt der Factor auch das Ausfallrisiko, dafür erhält er eine Delkrederegebühr. In diesem Fall liegt eine sonstige Leistung vor, die umsatzsteuerpflichtig ist. Wird das Ausfallrisiko nicht mit übernommen, liegt eine sonstige Leistung vor, die nicht der Umsatzsteuer zu unterwerfen ist da es sich um eine Kreditgewährung handelt. Stand: 18.03.2021
Fahrtkosten
Fahrtkosten können unterschiedlich Berücksichtigung finden. Einerseits werden Fahrtkosten geltend gemacht, wenn die Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte angewandt wird. Zum anderen entstehen Fahrtkosten im Zusammenhang mit Reisekosten. Hier können sie bei einer Auswärtstätigkeit mit 0,30 € pro gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Somit erfolgt eine Berücksichtigung in allen Bereichen, zum Beispiel bei den Einkünften als Werbungskosten oder Betriebsausgaben aber auch bei den Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen, wie die Fahrten zum Arzt beispielsweise. Außerdem gibt es noch eine besondere Berücksichtigung für behinderte Menschen. Diese können unter bestimmten Voraussetzungen höhere bzw. tatsächliche Kosten ansetzen und daneben für mit der Behinderung in Zusammenhang stehende Fahrten Fahrtkostenpauschalen von 900 € oder 4.500 € geltend machen. Stand: 18.03.2021
Forderung
Forderungen sind Vermögensgegenstände, die das Recht beinhalten, von einem Dritten finanzielle Werte zu bekommen. Grundsätzlich besteht für das Ausführen von Lieferungen und sonstigen Leistungen eine Forderung gegenüber dem Leistungsempfänger. Außer den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind noch Forderungen gegen verbundene Unternehmen, gegen Gesellschafter und sonstige Vermögensgegenstände zu nennen. Forderungen sind mit den Anschaffungskosten in der Bilanz auszuweisen, wenn sie tatsächlich entstanden sind. Im folgenden sind Forderungen grundsätzlich einzeln zu bewerten. Am Bilanzstichtag kann aber sowohl eine Einzel- als auch eine Pauschalwert-Berichtigung vorgenommen werden. Uneinbringliche Forderungen müssen ausgebucht werden. Stand: 18.03.2021
Fortgeführte Anschaffungs- und Herstellungskosten
Abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sind in der Folgebewertung mit den fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten an zu setzen. Diese ergeben sich aus den Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich allen Abschreibungen zuzüglich Zuschreibungen. Stand: 18.03.2021
Freie Berufe
Freie Berufe gehören zu den Gewinneinkünften gem. § 18 EStG als Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Im Gegensatz zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb ergeben sich andere Folgen hinsichtlich der Gewinnermittlung und den Steuererklärungen. Eine Buchführungspflicht besteht nicht. Die Buchführungsgrenzen gemäß § 141 AO kommen nicht zur Anwendung. Somit ist eine Einnahmenüberschussrechnung zu fertigen. Dafür gelten die gesetzlichen Aufzeichnungs- und Übermittlungspflichten gelten. Da kein Gewerbe vorliegt, ergibt sich daraus auch keine Gewerbesteuerpflicht. Die freien Berufe werden einerseits eingeteilt in wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, erzieherische, und unterrichtende Tätigkeiten und zum anderen in die Katalogberufe. Die Anerkennung dafür ist in der Regel der Studienabschluss des jeweiligen Berufs. Außerdem dürfen fachlich vorgebildete Kräfte beschäftigt werden, wenn der Berufsträger aufgrund seiner eigenen Fachkenntnisse leitend tätig wird und eigenverantwortlich mitwirkt. Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit liegen nur für die eigentliche Tätigkeit vor, andere gewerblich geprägte Tätigkeiten stellen Einkünfte aus Gewerbebetrieb da. Bei einer Mitunternehmerschaft haben gewerbliche Einkünfte die Folge, dass alle anderen Einkünfte ebenfalls als Einkünfte aus Gewerbebetrieb einzuordnen sind. Gewerblich geprägte Personengesellschaften, haben nie Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, auch wenn sie nur freiberufliche Tätigkeiten ausüben. Stand: 18.03.2021
Geringwertige Wirtschaftsgüter
Geringwertige Wirtschaftsgüter sind abnutzbare, bewegliche und selbständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungs– oder Herstellungskosten von mehr als 250 Euro - 800 Euro pro Wirtschaftsgut. Für solche Wirtschaftsgüter besteht ein Wahlrecht zur Sofortabschreibung. Wird das Wahlrecht in Anspruch genommen kann es nur einheitlich in Anspruch genommen werden. Pro Wirtschaftsjahr muss neu entschieden werden. Die Folge davon ist, dass das Wahlrecht zur Bildung eines Sammelpostens nicht möglich ist, wenn von der Sofortabschreibung für Geringwertige Wirtschaftsgüter Gebrauch gemacht wird und umgekehrt. Ein besonderer Fall sind Trivialprogramme, welche ebenfalls wie abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter behandelt werden können und somit unter der Regelung für geringwertige Wirtschaftsgüter fallen. Das Wahlrecht gilt für alle gleichermaßen. Es kann bei Gewinneinkünften sowie Überschusseinkünften angewandt werden. Für Gewinneinkünfte spielt es keine Rolle, ob eine Einnahmenüberschussrechnung oder eine Bilanz erstellt wird. Für das steuerliche Sofortabschreibungswahlrecht gibt es keine handelsrechtliche Regelung, allerdings wird in der Praxis ein Vorgehen gleichermaßen zugelassen. Stand: 18.03.2021
Gewinnerzielungsabsicht
Die Gewinnerzielungsabsicht ist Voraussetzung für den Tatbestand der Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Somit wird über die gesamte Lebensdauer des Gewerbebetriebs ein Gewinn gefordert, damit Einkünfte aus Gewerbebetrieb vorliegen. Es soll hier eine Abgrenzung zur privat motivierten Liebhaberei gemacht werden. Aber nicht nur für die Einkünfte aus Gewerbebetrieb ist eine Totalgewinn oder -überschussprognose von Bedeutung. Auch für andere Einkunftsarten können dauerhafte Verluste ein Problem für die steuerliche Anerkennung darstellen. Beispielsweise ist oft bei der Vermietung von Wohnräumen eine Prüfung der Einkunftserzielungsabsicht notwendig, besonders, wenn billiger vermietet wird oder ein langer Leerstand vorliegt. Dabei können Anlaufverluste unter Berücksichtigung der individuellen Verhältnisse anerkannt werden, auch wenn es in dieser Zeit wieder zu einer Beendigung der Tätigkeit kommt. Die Gewinnerzielungsabsicht spielt allerdings keine Rolle bei der Umsatzsteuer. Auch bei dauerhaften Verlusten kann es deshalb sein, dass bei der Erzielung von Einnahmen Umsatzsteuer zu berücksichtigen ist. Stand: 18.03.2021
GoBD - Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern etc.
Vom Bundesministerium der Finanzen wurden in einem Schreiben die Grundsätze zu ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern herausgegeben. Diese sollen die Aufzeichnungen sowie deren Überprüfbarkeit von Geschäftsvorfällen regeln. Sie sind sowohl von Bilanzierern als auch von Einnahmenüberschussrechnern anzuwenden. Die wichtigsten Punkte sind: - zeitnahe Erfassung der einzelnen Geschäftsvorfälle - die Aufzeichnungen müssen unveränderbar sein - die Belege müssen ordnungsgemäß aufbereitet sein in einer angemessenen Zeit - die Aufbewahrungspflichten müssen beachtet werden - für digitale Dokumente gelten besondere Anforderungen für die Aufbewahrung und spätere Wiederlesbarmachung Die GoBD wurden mit Schreiben vom 28.11.2019 nochmals neu überarbeitet. Hauptsächlich wurden folgende Änderungen gefasst: - mit mobilen Geräten können Belege bildlich erfasst werden - bei Umwandlung in andere Formate müssen die Originaldateien nicht aufbewahrt werden - die Aufbewahrung von strukturierten Daten, wie z.B. der Abruf von Einzelumsätzen des Bankkontos zu einem bestimmten Zeitraum ist möglich, die Aufbewahrung und bildhaften Dokumenten dazu (pdf etc.) ist nicht mehr notwendig, wenn es sich nicht um Formate handelt, die durch das bildhafte Dokument belegt werden. - Im Falle eines Systemwechsels oder bei Auslagerung von Daten ist es ausreichend, eine Datenträger Bereitstellung zur Verfügung zu stellen, wenn das fünfte Jahr nach Umstellung abgelaufen ist. Stand: 18.03.2021
Going-Concern-Prinzip
Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit spielt für die Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eine große Rolle. Bei der Beurteilung kommt es darauf an ob finanzielle, betriebliche oder sonstige Gründe gegen eine Fortführung sprechen. Ist „Going-Concern“ nicht mehr gegeben, muss abweichend bewertet werden. Gerade in der Coronakrise kommt der Beurteilung daher großes Augenmerk zu. Von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit kann ausgegangen werden, wenn das Unternehmen zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag noch existiert. Stand: 18.03.2021
Handelsbilanz
Handelsrechtlich ist die Handelsbilanz ein Bestandteil des Jahresabschlusses eines Kaufmanns mit Gegenüberstellung der Vermögensgegenstände und des Kapitals. Eine Bilanz ist zu Beginn des Handelsgewerbes als Eröffnungsbilanz aufzustellen und anschließend am Bilanzstichtag, d.h. am Ende eines jeden Geschäftsjahres. Ist eine Handelsbilanz aufzustellen, bildet diese die Grundlage für die Steuerbilanz bzw. Die steuerliche Übergangsrechnung. Personen, die nach Handelsrecht nicht verpflichtet sind einen Jahresabschluss aufzustellen, aber steuerlich die Buchführungspflichtgrenzen überschreiten, stellen nur eine Steuerbilanz auf. Für Kapitalgesellschaften gelten besondere Regeln für die Aufstellung und Gliederung der Handelsbilanz. Stand: 18.03.2021
Handelsregistereintrag
Das Handelsregister ist wie das Genossenschaft– und Partnerschaftsregister ein öffentliches Register, welches elektronisch von den Gerichten geführt wird. Im elektronischen Bundesanzeiger werden die Handelsregister-Eintragungen öffentlich gemacht. Im Handelsregister gibt es die Abteilung A für eingetragene Kaufleute, Personenhandelsgesellschaften sowie rechtsfähige Vereine und die Abteilung B für Kapitalgesellschaften. Es besteht grundsätzlich Eintragungspflicht, es sei denn es handelt sich um einen Kleingewerbetreibenden als natürliche Person. Für bestimmte Unternehmen wie zum Beispiel Kapitalgesellschaften oder Personenhandelsgesellschaften bei denen keine natürliche Person persönlich haftender Gesellschafter ist, besteht die Verpflichtung den Jahresabschluss offenzulegen. Auch dieser wird dann im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Abhängig vom Unternehmen beziehungsweise der Unternehmensgröße sind die Angaben, die dabei gemacht werden müssen. Stand: 18.03.2021
Hauptvordruck
Der Hauptvordruck wird auch als Mantelbogen bezeichnet und enthält in der Regel die allgemeinen Angaben zur Person beziehungsweise dem Unternehmen in der jeweiligen Steuerart. In der Einkommensteuererklärung sind dies beispielsweise Name, Steuer-Identifikationsnummer, Beruf, Geburtsdatum, Familienstand und Religionszugehörigkeit. Außerdem werden noch sonstige Tatbestände abgefragt, z.B. die Lohnersatzleistungen oder die Arbeitnehmer-Sparzulage. Der Hauptvordruck ist das Formular, auf dem auch die Unterschrift des Steuerpflichtigen und des Ehegatten/Lebenspartner zu leisten ist. Besteht eine Verpflichtung zur Datenübermittlung an das Finanzamt oder wird die Erklärung freiwillig übermittelt, so gilt die Unterschrift mit der Authentifizierung geleistet. Liegt zwar eine Datenübermittlung aber keine Authentifizierung vor, muss ein Ausdruck mit Unterschrift nachgereicht werden. Stand: 18.03.2021
Hebesatz
Für die Festsetzung von Grundsteuer und Gewerbesteuer sind in der Regel die Kommunen zuständig. Dafür bekommen sie den festgesetzten Steuer-Messbetrag von der Finanzverwaltung mitgeteilt. Auf diesen wenden sie den für jede Kommune individuell festgesetzten Hebesatz an. Der Hebesatz ist also ein Prozentsatz, mit dem die Steuer auf den Steuermessbetrag berechnet wird. Er kann je nach Höhe zu einer unterschiedlichen Steuerbelastung führen. Stand: 18.03.2021
Herstellungskosten
Herstellungskosten beschreiben die Aufwendungen, die für die Herstellung eines Wirtschaftsguts anfallen, durch den Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen. Bei hergestellten Wirtschaftsgütern sind die Herstellungskosten die Bewertungsgrundlage für den Bilanzansatz. Die Herstellungskosten sind bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens in der Folgebewertung um die Abschreibungen zu kürzen. Zu den Herstellungskosten zählen alle Aufwendungen sowie Nebenkosten abzüglich Minderungen wie zum Beispiel Preisnachlässe. Die Umsatzsteuer zählt zu den Herstellungskosten, wenn diese nicht als Vorsteuer geltend gemacht werden kann. Keine Herstellungskosten sind Erhaltungsaufwendungen. Stand: 18.03.2021
Immaterielles Wirtschaftsgut
Immaterielle Wirtschaftsgüter sind nicht körperliche Wirtschaftsgüter. Für diese besteht Aktivierungspflicht, wenn sie entgeltlich erwoben wurden. Zu den immateriellen Wirtschaftsgütern zählen z.B. Rechte, Konzessionen, Lizenzen an Rechten. Der Geschäfts- und Firmenwert ist zwar kein immaterieller Vermögensgegenstand, wird aber wie einer behandelt, wenn er entgeltlich erworben wurde. Handelsrechtlich wird dafür von einer Nutzungsdauer von 10 Jahren, steuerrechtlich von 15 Jahren ausgegangen. Für einen selbstgeschaffenen Geschäfts – und Firmenwert besteht Ansatzverbot. Für andere selbstgeschaffene immaterielle Wirtschaftsgüter besteht in der Steuerbilanz ebenfalls ein Ansatzverbot, in der Handelsbilanz hingegen ein Ansatz Wahlrecht, sofern es sich um Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens handelt. Stand: 18.03.2021
Innenumsatz
Innenumsätze sind Umsätze, die zwischen zwei Unternehmensteilen ausgeführt werden. Da hier der Leistende und der Leistungsempfänger ein- und dieselbe Person sind, kommt es umsatzsteuerlich nicht zu einer steuerbaren Leistung, obwohl ertragsteuerliche Auswirkungen gegeben sein können. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Leistungen zwischen einer umsatzsteuerlichen Organgesellschaft und einem Organträger getätigt werden. Stand: 18.03.2021
Inventur
Die Inventur ist von Steuerpflichtigen aufzustellen, die entweder buchführungspflichtig sind oder freiwillig Bücher führen. Dabei werden durch die Inventur bei Betriebseröffnung und am Ende eines Wirtschaftsjahres die Vermögensgegenstände und Schulden aufgezeichnet (=Inventar). Dies geschieht durch körperliche Bestandsaufnahme wie Zählen, Messen und Wiegen. Zulässig sind dafür unterschiedliche Verfahren. Für bestimmte Wirtschaftsgüter, die nicht besonders wertvoll sind oder nicht von Schwund, Verderb oder Verdunsten betroffen sind, können Erleichterungen gelten. Dazu zählen zum Beispiel die zeitverschobene Inventur, die permanente Inventur und die Stichprobeninventur. Außerdem können verschiedene Bewertungsverfahren wie zum Beispiel die Fest-, Gruppen- oder Durchschnittsbewertung in Betracht kommen. Stand: 18.03.2021
Investitionsabzugsbetrag
Es darf steuerrechtlich ein Investitionsabzugsbetrag bei Betrieben gebildet werden die folgende Größenmerkmale nicht überschritten haben: - BV von 235.000 € bei Gewerbebetrieben oder der selbständigen Arbeit dienenden Buchführenden - Wirtschaftswert von 125.000 € bei Betrieben der Land- und Forstwirtschaft - Gewinn von 200.000 € bei Einnahmenüberschussrechnung Für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens oder eines langfristig vermieteten Wirtschaftsguts können bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten von außerhalb der Bilanz oder Gewinnermittlung abgezogen werden. Voraussetzung dafür ist, Dass das Wirtschaftsgut mindestens bis zum Ende des Wirtschaftsjahres der Anschaffung oder Herstellung folgenden Wirtschaftsjahres in einer inländischen Betriebsstätte des Betriebs ausschließlich betrieblich genutzt wird. Von einer ausschließlich betrieblichen Nutzung geht man aus, wenn die Nutzung mindestens 90 % beträgt. In Summe für das Abzugsjahr und der drei beziehungsweise vier vorangegangenen Jahre darf der Betrag je Betrieb 200.000 € nicht übersteigen. Im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung ist der Investitionsabzugsbetrag gewinnerhöhend wieder hinzuzurechnen. Außerdem besteht ein Wahlrecht, den geltend gemachten Investitionsabzugsbetrag von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzuziehen. Die ursprünglich in 2020 endende Investitionsfrist wurde aufgrund dem zweiten Corona-Steuerhilfegesetz um ein Jahr verlängert. Der Investitionsabzugsbetrag ist im Jahr der Bildung rückgängig zu machen, wenn die Investitionen bis zum Ende der Investitionsfrist nicht getätigt wurden. Werden die Nutzungsbedingungen des Wirtschaftsguts in dem Zeitraum bis zum Jahr der Anschaffung nicht eingehalten, ist der abgezogene Investitionsabzugsbetrag wieder zu korrigieren. Er kann aber unter Umständen auch noch bei einem anderen Wirtschaftsgut zur Anwendung kommen. Eine nachträgliche Anpassung des Investitionsabzugsbetrags ist möglich. Die Inanspruchnahme eines Investitionsabzugsbetrags ist aber ausgeschlossen, wenn ein Wirtschaftsgut zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme bereits angeschafft oder hergestellt war und die erstmalige Steuerfestsetzung bereits unanfechtbar geworden ist. Die Investitionsabzugsbeträge, deren Hinzurechnung und Rückgängigmachung sind per Datenfernübertragung dem Finanzamt zu übermitteln. Stand: 18.03.2021
Jahresabschluss
Ein Jahresabschluss besteht mindestens aus der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Bei Kapitalgesellschaften sowie bestimmten Personengesellschaften, bei denen keine natürliche Person persönlich haftende Gesellschafter ist ein weiterer Bestandteil des Jahresabschlusses der Anhang sowie ein Lagebericht. Es gelten für die Aufstellung die GoB. Die Gliederung ist gesetzlich vorgeschrieben. Für Kapitalgesellschaften besteht eine Offenlegungspflicht. Stand: 18.03.2021
Jahresfehlbetrag
Übersteigen die Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung die Erträge, ergibt sich kein Gewinn, sondern ein Jahresfehlbetrag. Stand: 18.03.2021
Just-in-Time
Bei Just-in-Time-Produktion erhält ein Unternehmen nur das Material geliefert, das es für den Produktionsprozess benötigt, genau in dem Zeitpunkt zu dem es das Material benötigt. Somit sind keine bzw. nur geringe Bestände vorhanden, was auf die Höhe des Umlaufvermögens Einfluss hat. Stand: 18.03.2021
Kalkulatorische Kosten
Kalkulatorische Kosten zählen nicht zu den Herstellungskosten, da sie nicht tatsächlich entstanden sind. Sie werden für die Kalkulation von Produkten und Dienstleistungen ermittelt. Kalkulatorische Kosten können zum Beispiel sein der kalkulatorische Unternehmerlohn, Zinsen für eigenes Kapital, Miete für eigene Grundstücke. Stand: 18.03.2021
Kapitalertragsteuer
Die Kapitalertragssteuer beträgt aktuell 25 % für die meisten Kapitalerträge (in zwei Spezialfällen 15 %). Bei bestimmten Kapitalerträgen wie zum Beispiel Zinserträge, Dividenden, Fondserträge aber auch bei Erträgen aus bestimmten Kursgewinnen wird die Kapitalertragssteuer bereits direkt durch den Abzug von den Kapitalerträgen als Abgeltungssteuer einbehalten. Die Steuer ist dann bereits abgegolten oder kann angerechnet werden, wenn die Kapitalerträge in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Wurde keine Kapitalertragssteuer bei Zahlung der Erträge einbehalten, so besteht die Verpflichtung diese in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Stand: 18.03.2021
Kapitalgesellschaft
Kapitalgesellschaften sind juristische Personen, bei denen die Beteiligung der Gesellschafter in einem Kapitalanteil und nicht in der Mitarbeit besteht. Kapitalgesellschaften besitzen eine eigene Rechtsfähigkeit. Verträge müssen notariell beurkundet werden sowie ins Handelsregister eingetragen werden. Die Anteile am Stamm– oder Grundkapital können veräußert und vererbt werden. Die Anteilseigner haben keine unmittelbare Haftung gegenüber Gläubigern, wenn die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Für die Rechnungslegung gibt es für Kapitalgesellschaften besondere Vorschriften. Außerdem unterliegen Kapitalgesellschaften der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer. Stand: 18.03.2021
Kleinbetragsrechnung
Nach dem Umsatzsteuerrecht liegt eine Kleinbetragsrechnung vor, wenn der Gesamtbetrag der Rechnung maximal 250 € beträgt. Dann sind statt den Pflichtangaben für ordnungsgemäße Rechnungen vereinfachte Regeln zu beachten. Eine Kleinbetragsrechnung muss mindestens folgende Angaben enthalten: - den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers - das Ausstellungsdatum - die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung und - das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe sowie den anzuwendenden Steuersatz oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt. Weitere Angaben sind daher nicht notwendig. Aus der Kleinbetragsrechnung kann die Vorsteuer bei Vorsteuerabzugsberechtigung geltend gemacht werden. Die Angabe des Steuersatzes sollte allerdings korrekt erfolgen, da ansonsten eine unrichtig ausgewiesene Steuer entsteht, die auch an das Finanzamt gezahlt werden muss. Stand: 18.03.2021
Kleinunternehmer
Ein Kleinunternehmer, dessen Vorjahresumsatz zuzüglich Umsatzsteuer 22.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 € nicht überschreitet, hat keine Umsatzsteuer zu zahlen und darf auch keine Vorsteuerbeträge geltend machen. Wird die Tätigkeit neu aufgenommen, gilt eine voraussichtliche Grenze für das laufende Jahr in Höhe von 22.000 €. Die Umsatzgrenze ist in einen Jahresumsatz umzurechnen, wenn die Tätigkeit nur einige Monate ausgeübt wurde. Zum Gesamtumsatz gehören nicht die Umsätze von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens sowie die private Verwendung eines Gegenstands, wenn diese nicht steuerbar ist. Der Kleinunternehmer ist ebenfalls zur Ausstellung von Rechnungen verpflichtet, auf denen er aber keine Umsatzsteuer ausweisen darf. Daher ist es notwendig, den Grund anzugeben. Eine Vorgabe dazu gibt es nicht. Ein Hinweis auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG ist möglich. Auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung kann verzichtet werden. Der Unternehmer ist fünf Jahre an diese Entscheidung gebunden. Im Zusammenhang mit einem Wechsel können notwendige Vorsteuerkorrekturen entstehen. Stand: 18.03.2021
Leasing
Unter Leasing sind verschiedene vertragliche Gestaltungen zusammengefasst, die entweder zu einem Anschaffungsvorgang von Wirtschaftsgütern führen oder lediglich zu einer Miete. Abhängig davon ist natürlich, wem das Wirtschaftsgut zuzurechnen ist. Hierbei sind die verschiedenen Vertragsgestaltungsmöglichkeiten zu beachten. Notwendige Größe ist dabei regelmäßig die Grundmietzeit und ob die Anschaffungskosten durch das Leasing voll getragen werden. Des weiteren ist es wichtig ob ein Spezialleasing vorliegt und ob gegebenenfalls eine Kaufoption vorhanden ist. Außerdem kommt es auf die Mietzeit im Vergleich zur Nutzungsdauer an. Die richtige Klassifizierung des Leasings ist nicht nur für die Einordnung als Anschaffungskosten mit Zinsanteil oder als sofort abzugsfähige Miete notwendig, sondern auch für die Behandlung der Umsatzsteuer. Die Prüfung der oben genannten Punkte erfolgt für bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsgüter nach eigenen Regelungen. Stand: 18.03.2021
Liebhaberei
Liebhaberei ergibt sich aus einer verlustbringenden Tätigkeit. Dazu muss geprüft werden, ob tatsächlich Einkunftserzielungsabsicht besteht, und ob eine Totalgewinnprognose gegeben sein kann. Kann dies nicht bejaht werden, so sind die Einkünfte beziehungsweise die Verluste daraus nicht steuerbar. Die Finanzverwaltung unterstellt hier eine private Veranlassung für die Ausübung der Tätigkeit. Stand: 18.03.2021
Lifo – Last-in-first-out
Gleichartigen Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens kann aufgrund von Bewertungsvereinfachungen eine Verbrauchsfolge unterstellt werden. Dazu gehört das Lifo – Verfahren. Hierbei wird angenommen, dass die Güter, die zuletzt angeschafft wurden, zuerst verbraucht werden. In der Handelsbilanz sind noch andere Verbrauchsfolgeverfahren möglich, nur das Lifo-Verfahren ist in der Handels- und in der Steuerbilanz zulässig. Stand: 18.03.2021
Lineare Abschreibung
Die lineare Abschreibung kann für alle Einkunftsarten angewandt werden. Die Anschaffungs– und Herstellungskosten werden dabei gleichmäßig auf die Nutzungsdauer verteilt. Dies bedeutet dass der jährliche Abschreibungsbetrag gleich bleibt und der auf die Bemessungsgrundlage anzuwendende AfA-Satz ebenfalls gleich bleibt. Stand: 18.03.2021
Miete
Die Miete ist das vereinbarte Nutzungsentgelt für ein Wirtschaftsgut eines anderen. Beim Berechtigten stellt sie Betriebsausgaben dar, beim Empfänger der Miete stellt sie Einnahmen dar. Besonderheiten ergeben sich regelmäßig bei Mietkaufverträgen. Um hier die korrekte Zuordnung des Mietgegenstands zu ermitteln, kommt es ebenfalls wie beim Leasing auf die vertragliche Gestaltung an. Stand: 18.03.2021
Mindestbemessungsgrundlage
Erbringt ein Unternehmer verbilligt Lieferungen oder sonstige Leistungen an Anteilseigner, Gesellschafter, Mitglieder und deren bzw. eigenen nahe stehende Personen oder an Personal und deren Angehörige ist die so genannte Mindestbemessungsgrundlage zu prüfen. Liegt das Entgelt unter dem Marktpreis, ist der Einkaufspreis im Leistungszeitpunkt zu prüfen. Ist kein Einkaufspreis vorhanden, gelten die Selbstkosten. Liegt das Entgelt darunter, ist die Mindestbemessungsgrundlage maßgeblich. Dies bedeutet dass mindestens darauf die Umsatzsteuer abzuführen ist. Stand: 18.03.2021
Mithelfende Familienangehörige
Mithelfende Familienangehörige sind Personen, die unentgeltlich im Rahmen der selbstständigen Tätigkeit eines anderen Familienmitglieds mitarbeiten. Soll ein Arbeitsverhältnis steuerlich anerkannt werden, so sind die Vertragsgestaltungen zwischen nahen Angehörigen zu prüfen. Insbesondere sollten die Verträge einem Fremdvergleich standhalten. Die Folge eines Arbeitsverhältnisses ist, dass die Aufwendungen als Betriebsausgaben abzugsfähig sind, und der Familienangehörige gegebenenfalls in einem Steuer und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis stehen kann. Stand: 18.03.2021
Multifunktionsgerät
Multifunktionsgeräte sind Geräte, die verschiedene Funktionen vereinen. Darunter fällt zum Beispiel ein Multifunktionsdrucker, bei dem neben der Farb- und Digital-Kopierfunktion auch Fax, Scanner, USB-Anschluss und viele andere Möglichkeiten integriert sein können. Steuerrechtlich wird ein Multifunktionsgerät als selbstständig nutzbar angesehen. Eine Anwendung der Regelungen für geringwertige Wirtschaftsgüter und Poolabschreibung ist daher möglich. Stand: 18.03.2021
Nebenkosten
Nebenkosten sind Kosten die im Zusammenhang mit Hauptkosten anfallen. Buchhalterisch sind sie regelmäßig daher ebenso wie die Hauptkosten zu klassifizieren. Zu nennen wären zum Beispiel die Anschaffungsnebenkosten die Lohnnebenkosten und die Mietnebenkosten. Anschaffungsnebenkosten sind ebenfalls mit zu aktivieren während Lohnnebenkosten Als Lohnaufwand mit zu erfassen sind und Mietnebenkosten als Mietaufwand. Der Umsatzsteuerliche Begriff Nebenleistungen deckt sich nicht mit den Nebenkosten. Es handelt sich hier vielmehr um Leistungen, die das Schicksal der Hauptleistung teilen. Ein bekanntes Beispiel dazu sind die Versandkosten auf einer Rechnung. Es kommt hier zum Beispiel zur Anwendung des Steuersatzes der Hauptleistung auch auf die Nebenleistung. Stand: 18.03.2021
Nicht abziehbare Schuldzinsen
Für den betrieblichen Schuldzinsenabzug besteht eine Abzugsbeschränkung, sofern Überentnahmen vorliegen. Ist die Summe aus Gewinn und Einlagen höher als die der Entnahmen, liegen keine Überentnahmen vor. Im umgekehrten Fall sind pauschal 6 % nicht abziehbare Betriebsausgaben. Die Überentnahmen die sich aufgrund des aktuellen Jahres und nach Berücksichtigung der Über- oder Unterentnahmen ergeben sind dafür die Bemessungsgrundlage. Der ermittelte Betrag ist um einen Sockelbetrag von 2.050 € zu kürzen und zum Gewinn hinzuzurechnen. Nicht mit einbezogen werden Schuldzinsen die für Kredite zur Finanzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens gezahlt worden sind. Stand: 18.03.2021
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben
Bestimmte Betriebsausgaben die betrieblich veranlasst sind, dürfen den Gewinn aber nicht oder nur teilweise mindern. Diese sind in § 4 Abs. 4a, 5, 5b, 9 und 10 EStG aufgeführt. Dazu zählen unter anderem die Gewerbesteuer, Geschenke mit einem Wert über 35 Euro, Bewirtungen aus geschäftlichem Anlass, Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte über den Pauschalen usw. Außerdem sind Betriebsausgaben im Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen nicht abzugsfähig. Dazu zählen zum Beispiel Dividenden, die unter das Teileinkünfteverfahren fallen. Stand: 18.03.2021
Nutzungsdauer
Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern (des Anlagevermögens), ist der Zeitraum in der das Wirtschaftsgut in der jeweiligen Einkunftsart für den angeschafften Zweck genutzt werden kann. Diese ist üblicherweise auch der Abschreibungszeitraum. Regelmäßig werden von der Finanzverwaltung AfA Tabellen herausgegeben, die die Nutzungsdauer der jeweiligen Wirtschaftsgüter für verschiedene Branchen angeben. Die Anwendung der AfA Tabellen ist nicht verpflichtend, allerdings ist die Nutzungsdauer sachgerecht anzugeben oder zu schätzen. Stand: 18.03.2021
Offene-Posten-Buchführung
In der Offenen-Posten-Buchhaltung entstehen auf einem Konto Posten ohne Ausgleichsbuchungen. Der offene Posten besteht so lange, bis dieser ausgeglichen wird. Dann ergibt sich auf dem Konto ein Null-Saldo. Die Offene-Posten-Buchführung wird oft als Nebenbuchführung geführt, in der Debitoren und/oder Kreditoren erfasst werden. Dafür ist eine geordnete Belegablage notwendig. Stand: 18.03.2021
Offenlegungspflicht
Die Offenlegungspflicht betrifft Kapitalgesellschaften nach ihren Größenklassen. Sie sind verpflichtet ihren Jahresabschluss im Handelsregister offen zu legen, der dann im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Bestimmte Kapitalgesellschaften haben zusätzlich noch einen Geschäftsbericht offen zu legen. Für kleine Kapitalgesellschaften gelten Vereinfachungen, da sie nur Bilanz und Anhang, nicht aber die Gewinn- und Verlust-Rechnung offenlegen müssen. Stand: 18.03.2021
Ordnungsgemäße Buchführung
Die Rechnungslegung nach Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung ist eine vorgeschriebene aber nicht gesetzlich definierte Regelung. Das HGB verlangt damit die Einhaltung der Grundsätze wie Richtigkeit, Klarheit und Übersichtlichkeit, Vollständigkeit, Wesentlichkeit, Periodenabgrenzung und außerdem des Realisations-, Imparitäts- Stichtags-, Vorsichts- und going-concern-Prinzips. Die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung (GoB) sind nicht zu verwechseln mit dem Grundsätzen zu ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Daten Zugriff (GoBD). Stand: 18.03.2021
Ordnungsgemäße Rechnung
Eine ordnungsgemäße Rechnung ist notwendig, um bei Vorsteuerabzugsberechtigung einen Vorsteuer-Abzug zu erhalten für die gesetzlich geschuldete Umsatzsteuer für Lieferungen und sonstige Leistungen die von einem anderen Unternehmer für das Unternehmen ausgeführt werden. Das Umsatzsteuergesetz regelt dabei die Pflichtangaben, die auf einer ordnungsgemäßen Rechnung notwendig sind: - vollständiger Name und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers - Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden Unternehmers - das Ausstellungsdatum - eine fortlaufende Rechnungsnummer - Menge und Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung - Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung, bei Anzahlungen Zeitpunkt der Vereinnahmung des Entgelts, sofern der Zeitpunkt fest steht und nicht mit dem Ausstellungsdatum übereinstimmt - das nach Steuersätzen und Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Nettoentgelt sowie jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts - den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag oder im Falle einer Steuerbefreiung ein Hinweis darauf - Hinweis auf die zweijährige Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers im Falle einer steuerpflichtigen Werklieferung oder sonstigen Leistung im Zusammenhang mit einem Grundstück - die Angabe „Gutschrift“ wenn der Leistungsempfänger die Rechnung ausstellt Schuldet der Leistungsempfänger die Steuer nach § 13 b Abs. 5 UStG ist der Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ auf einer Rechnung anzubringen. Diese ist allerdings nicht Voraussetzung für den Vorsteuerabzug. Für Kleinbetragsrechnungen bis 250 € Rechnungsbetrag gelten vereinfachte Regelungen. Die Pflichtangaben für diese sind: - vollständiger Name und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers - das Ausstellungsdatum - die Menge und Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung - das Entgelt und den darauf entfallenden Steuer Betrag (= Bruttobetrag) und der anzuwendenden Steuersatz oder im Falle der Steuerbefreiung einen Hinweis darauf. Ein Sonderfall stellen Fahrausweise dar. Sie gelten als ordnungsgemäße Rechnung, wenn sie mindestens folgende Angaben enthalten: - den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des Unternehmers, der die Beförderungsleistung ausführt - das Ausstellungsdatum - das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag in einer Summe - den anzuwendenden Steuersatz, wenn die Beförderungsleistung nicht dem ermäßigten Steuersatz unterliegt - einen Hinweis auf die grenzüberschreitende Beförderung von Personen im Luftverkehr, wenn § 26 Abs. 3 UStG angewendet wird Bei einer grenzüberschreitenden Beförderung im Personenverkehr muss eine Bescheinigung darüber vorliegen, welche Anteil des Beförderungspreises auf die Strecke im Inland entfällt. Der Steuersatz auf diese Strecke ist anzugeben. Stand: 18.03.2021
Pacht
Durch die Zahlung der Pacht erhält der Pächter das Recht zum Gebrauch des angepachteten Gegenstands und im Gegensatz zum Mietvertrag darüber hinaus auch zum Genuss der Früchte während der Pachtzeit. Die Pacht stellt beim Pächter (Betriebs-)Ausgaben dar und beim Verpächter Einnahmen. Stand: 18.03.2021
Pauschalwertberichtigung
Die Pauschalwertberichtigung ist eine Ausnahme von der Einzelbewertung von Forderungen. Sie ist zulässig, da dadurch dem allgemeinen Ausfallrisiko von Forderungen Rechnung getragen wird und somit dem Vorsichtsprinzip entspricht. Es erfolgt ein Ansatz mit einem geschätzten Prozentsatz. Die Schätzung des Anteils kann zum Beispiel aufgrund der Erfahrungswerte der letzten Jahre ermittelt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Einzelbewertung der Forderungen vorrangig zu berechnen ist. Somit scheiden einzelwertberichtigte Forderungen vorab aus. Die Bemessungsgrundlage wird wie folgt ermittelt: Forderungsbestand brutto ./. einzeln wertberichtigte Forderungen = Zwischensumme ./. darin enthaltene USt = Bemessungsgrundlage Darauf ist die Wertberichtigung im Prozent auszurechnen. Allerdings muss beachtet werden, dass die zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung noch offenen Forderungen ggf. unter der errechneten Pauschalwertberichtigung liegen. Dann darf der Ansatz nur in dieser Höhe gebildet werden. Stand: 18.03.2021
Pool-Abschreibung
Für bewegliche, abnutzbare und selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens besteht das Wahlrecht, einen so genannten Sammelposten zu bilden. Die Anschaffungs– oder Herstellungskosten dürfen 1.000 € nicht überschreiten. Bis 250 € liegt Sofortaufwand vor. Eine nicht abzugsfähige Vorsteuer, die zu den Anschaffungs– oder Herstellungskosten zählt, wird also von der Grenze mit erfasst. Geltend gemachte Investitionsabzugsbeträge sind zu berücksichtigen, wenn die Anschaffungs– oder Herstellungskosten um diese gemindert werden. Wird von dem Wahlrecht in einem Jahr gebrauch gemacht, müssen alle Wirtschaftsgüter in den Sammelposten eingestellt werden, die in diesem Jahr angeschafft wurden. Die Möglichkeit der Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter bis 800 € besteht dann nicht. Die Wirtschaftsgüter müssen mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einem Verzeichnis geführt werden. Es erfolgt eine gleichmäßige Auflösung über fünf Jahre. Da der Sammelposten kein Wirtschaftsgut darstellt, gelten hier die Regeln für die Bilanzierung von Anlagevermögen nicht. Die Nutzungsdauer spielt somit keine Rolle und auch wenn sich Veränderungen ergeben und das Wirtschaftsgut ausscheidet, ist kein Abgang zu erfassen. Eine Sonder- bzw. Teilwertabschreibung ist ebensowenig möglich. In der Handelsbilanz kann der Sammelposten ebenfalls gebildet werden, wenn die Wirtschaftsgüter von untergeordneter Bedeutung sind. Außerdem ist das Wahlrecht nur Steuerpflichtigen mit Gewinneinkünften vorbehalten. Es kann ausschließlich in der Bilanz oder Einnahmenüberschussrechnung in Anspruch genommen werden. Stand: 18.03.2021
Private Nutzung
Bei Einzelunternehmen, Mitunternehmerschaften und auch bei Arbeitnehmern kann es zu einer privaten (Mit –) Benutzung von Wirtschaftsgütern kommen. Beim Unternehmer stellt sich vordergründig die Frage, wie hoch der betriebliche Nutzungsanteil ist. Ertragssteuerlich handelt es sich um notwendiges Betriebsvermögen, wenn die Wirtschaftsgüter zu mehr als 50 % eigenbetrieblich genutzt werden. Beträgt die betriebliche Nutzung weniger als 10 % liegt notwendiges Privatvermögen vor. Dazwischen kann ein Wirtschaftsgut im vollem Umfang dem Betriebsvermögen zugeordnet werden (=gewillkürtes Betriebsvermögen). Umsatzsteuerlich ist ein Wirtschaftsgut Unternehmensvermögen, wenn die Nutzung (fast) ausschließlich betrieblich ist. Ist die betriebliche Nutzung weniger als 10 %, dann ist eine Zuordnung zur unternehmerischen Nutzung ausgeschlossen. Dazwischen hat der Unternehmer statt einer Zuordnung nach tatsächlichen Anteilen die Möglichkeit das Wirtschaftsgut in vollem Umfang dem Unternehmen zuzuordnen. Eine Zuordnungsentscheidung bei einem gemischt genutzten Wirtschaftsgut ist dem Finanzamt zeitnah mitzuteilen. Die Mitteilung ist dem Finanzamt rechtzeitig zugegangen, wenn es diese bis zur Abgabefrist der Steuereklärungen erhält. Dabei gilt die gesetzliche Abgabefrist, eine Fristverlängerung ist unbeachtlich. Wird ein Wirtschaftsgut auch privat genutzt und ist es dem Betriebsvermögen beziehungsweise Unternehmen zugeordnet, ergeben sich daraus weitere Folgen. Ertragssteuerlich ist die Privatnutzung zu erfassen und umsatzsteuerlich eine unentgeltliche Wertabgabe zu versteuern. Weitere Folgen können sich bei einem gemischt genutzten Wirtschaftsgut ergeben, wie z.B. keine Möglichkeit des Investitionsabzugsbetrags oder einer Sonderabschreibung nach § 7g EStG. Außerdem kann es bei einer Nutzungsänderung zu einer Vorsteuerberichtigung kommen. Bei Arbeitnehmern entsteht durch die Privatnutzung von Wirtschaftsgütern des Arbeitgebers ein geldwerter Vorteil bzw. eine unentgeltliche Wertabgabe, die der Lohnsteuer und der Umsatzsteuer zu unterwerfen ist. Davon gibt es Ausnahmen, die steuerfrei sind wie z.B. die private Telefonnutzung. Stand: 18.03.2021
Quellenstaat
Als Quellenstaat wird der Staat bezeichnet, in dem ein Steuerpflichtiger zwar nicht Inländer ist aber Einkunftsquellen und Vermögen hat. Stand: 18.03.2021
Quellensteuer
Quellensteuer ist die Bezeichnung für eine Steuer, die direkt an der „Quelle“ einbehalten wird, aus der die steuerbaren Einkünfte fließen. Dazu zählen zum Beispiel die Lohnsteuer oder die Abgeltungssteuer. Bei der Einkommensteuererklärung verrechnet das Finanzamt die bereits abgeführte Quellensteuer mit der zu zahlenden Einkommensteuer. Bei der Abgeltungssteuer ist der Steuerabzug bereits abgegolten, nur wenn die Einnahmen in der Erklärung angegeben werden, wirkt die Abgeltungssteuer wie eine Vorauszahlung. Stand: 18.03.2021
Quittung
Eine Quittung ist ein schriftliches Empfangsbekenntnis des Gläubigers. Er bestätigt die Leistung des Schuldners erhalten zu haben. Stand: 18.03.2021
Quote
Eine Quote gibt den Anteil bzw. das Verhältnis an, welche sich im Ganzen ergibt, Wie z.B. den Anteil an den Stimmrechten eines GmbH-Gesellschafters. Stand: 18.03.2021
Rechnungsabgrenzungsposten
Rechnungsabgrenzungsposten sind Rechengrößen in der Handels- bzw. Steuerbilanz, die für eine periodengerechte Gewinnermittlung notwendig werden, wenn Einnahmen oder Ausgaben des Folgejahres vor dem Bilanzstichtag erfolgen. Da es sich nicht um Wirtschaftsgüter oder Schulden handelt, werden diese auch nicht bewertet. In der Regel handelt es sich um Beträge aus Dauerschuldverhältnissen, wie z.B. Mieten, Pachten und Zinsen. Im Voraus erhaltene Einnahmen stellen einen passiven Rechnungsabgrenzungsposten dar, im Voraus bezahlte Ausgaben dementsprechend einen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten. Stand: 18.03.2021
Rechnungsberichtigung
Wird der Vorsteuerabzug versagt, weil nicht alle Pflicht Angaben auf einer Rechnung enthalten sind, besteht die Möglichkeit die Rechnung berichtigen zu lassen. Grundsätzlich erfolgt eine Änderung dann erst zum Berichtigungszeitpunkt. Somit ist auch zu diesem Zeitpunkt erst ein Vorsteuer Abzug möglich. Unter Umständen kann eine Rechnung aber mit Rückwirkung berichtigt werden, wenn folgende fünf Mindestangaben enthalten sind: - Rechnungsaussteller - Leistungsempfänger - Leistungsbeschreibung - Entgelt - Umsatzsteuerausweis Um eine Berichtigung durchzuführen, ist es ausreichend, wenn die fehlenden oder falschen Angaben durch ein eindeutiges Dokument ergänzt werden. Dieses Dokument muss sich natürlich eindeutig auf die berichtigte Rechnung mit Rechnungsnummer und Datum beziehen. Allerdings wird keine besondere Form vorgeschrieben. Außerdem ist es ebenfalls möglich die Ursprungsrechnung zu stornieren und eine neue Rechnung auszustellen. Dabei ist grundsätzlich das Beibehalten der Original-Rechnungsnummer oder das Vergeben einer neuen Rechnungsnummer möglich. Stand: 18.03.2021
Reisekosten
Wer aus beruflichen Gründen auswärts tätig ist, für den können Reisekosten anfallen. Dazu gehören zum Beispiel Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Reisenebenkosten und Übernachtungskosten. Bei den Fahrtkosten muss unterschieden werden in Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte bzw. Sammelpunkt sowie in beruflich veranlasste Fahrten bei Auswärtstätigkeit. Fahrtkosten können außerdem bei einer doppelten Haushaltsführung abgezogen werden. Verpflegungsmehraufwendungen können nur bei einer Auswärtstätigkeit geltend gemacht werden. Dauert diese länger als drei Monate, entfällt der Ansatz. Nur mit einer Unterbrechung von vier Wochen kann der Anspruch wieder aufleben. Dafür gibt Pauschbeträge in Abhängigkeit von der Abwesenheitsdauer pro Tag. Bei Dienstreisen ins Ausland gelten besondere Pauschbeträge. Außerdem müssen die pauschalen gekürzt werden wenn Mahlzeiten gestellt werden. Übernachtungskosten können in tatsächlicher Höhe berücksichtigt werden, wenn sie 1.000 Euro monatlich nicht übersteigen. Dies gilt bei doppelte Haushaltsführung von Beginn an und ansonsten nach 48 Monaten Auswärtstätigkeit. Bei Erstattungen durch den Arbeitgeber kann statt der tatsächlichen Aufwendungen auch ein Pauschbetrag von 20 Euro pro Nacht gezahlt werden. Seit 1.1.2020 gilt für Berufskraftfahrer eine Pauschale von 8 Euro pro Nacht. Reisenebenkosten sind zum Beispiel Toilettengebühren, Parkgebühren, Straßenbenutzung und Schließfächer. Stand: 18.03.2021
Rücklage
Eine Rücklage wird in der Passiva der Bilanz offen ausgewiesen und stellt eine Ersparnis des Betriebes dar. Sie sind somit Teile des Eigenkapitals, welche sich aus bereits versteuerten Gewinnen ergeben. In Abgrenzung dazu werden Wertsteigerungen von Vermögensgegenständen auf der Aktivseite der Bilanz nicht offen ausgewiesen. Diese stillen Reserven werden erst bei einer Veräußerung oder Entnahme offen gelegt. Rücklagen können aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung aber auch freiwillig gebildet werden. Außerdem gibt es bestimmte Rücklagen, die aufgrund steuerlicher Förderungen in Anspruch genommen werden können, wie beispielsweise die Rücklage für Ersatzbeschaffung sowie für Reinvestitionen (§ 6b EStG). Dadurch ergeben sich unterschiedliche Wertansätze in der Handelsbilanz und der Steuerbilanz und die betroffenen Wirtschaftsgüter sind in einem besonderen Verzeichnis zu führen. Stand: 18.03.2021
Rückstellung
Sind bestimmte Schulden, Aufwendungen und Wagnisse vor dem Bilanzstichtag rechtlich oder wirtschaftlich entstanden, kann es sein dass keine Verbindlichkeiten vorliegen, wenn: - die Schuld dem Grunde nach ungewiss ist - die Schuld/Aufwendung zwar dem Grunde nach gewiss ist, aber die Höhe noch nicht feststeht - der Zeitpunkt und die Fälligkeit der Schuld/Aufwendung noch nicht bekannt ist. Damit diese in dem Wirtschaftsjahr erfasst werden, in dem sie auch wirtschaftlich entstanden sind, sind dafür Rückstellungen zu bilden. Rückstellungen können unterteilt werden in Verbindlichkeitsrückstellungen und Aufwandsrückstellungen. Verbindlichkeitsrückstellungen sind handelsrechtlich zwingend zu passivieren. Zu ihnen gehören die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, und die Gewährleistung ohne rechtliche Verpflichtung. Ebenfalls Passivierungspflicht besteht für unterlassene Instandhaltungen, Die innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden und für unterlassene Abraumbeseitigungen, die innerhalb eines Jahres nachgeholt werden (Aufwandsrückstellungen). Steuerlich gilt zwar grundsätzlich der Ansatz über die Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz. Das Steuerrecht enthält allerdings dazu folgende Regelungen: - Passivierungsverbot für Rückstellungen unter der Bedingung zukünftiger Einnahmen oder Gewinne - Bildung von Rückstellungen wegen Patent-, Urheber- und Schutzrechtsverletzungen - Rückstellungen für die Verpflichtung zu einer Zuwendung anlässlich eines Dienstjubiläums - Passivierungsverbot für Drohverlustrückstellungen aus schwebenden Geschäften - Passivierungsverbot für zukünftige Anschaffung– oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts - Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen Handelsrechtlich hat der Ansatz mit dem Erfüllungsbetrag und steuerrechtlich mit dem Wert vom Bilanzstichtag zu erfolgen. Somit ist in der Steuerbilanz die Berücksichtigung von Wert- und Preissteigerungen im Gegensatz zur Handelsbilanz nicht gegeben. Es können Einzel–, Pauschal-Rückstellungen oder ein gemischtes Verfahren angewandt werden. Außerdem besteht eine Abzinsungspflicht, wenn die Restlaufzeit am Bilanzstichtag mehr als ein Jahr beziehungsweise zwölf Monate beträgt. Handelsrechtlich ist dafür der durchschnittliche Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre und steuerrechtlich 5,5 % zu berücksichtigen. Steuerrechtlich muss aus Vereinfachungsgründen bei einer Pauschalrückstellungen keine Abzinsung durchgeführt werden. Bei der Bewertung sind die Grundsätze nach § 6 Abs. 1 Nr. 3a EStG zu berücksichtigen. Stand: 18.03.2021
Schadensersatz
Schadensersatz wird geleistet, weil der Leistende für einen Schaden und die Folgen einstehen muss. Ob er dazu gesetzlich oder vertraglich verpflichtet ist, spielt keine Rolle. Da kein Leistungsaustausch vorliegt, fällt für echten Schadensersatz keine Umsatzsteuer an. Stand: 18.03.2021
Schrottwert
Ein Schrottwert ergibt sich am Ende der tatsächlichen Nutzungsdauer eines Vermögensgegenstandes des Anlagevermögens. Dies ist der Zeitpunkt, in dem ein Vermögensgegenstand tatsächlich nicht mehr genutzt werden kann. Er kann von der steuerlichen Nutzungsdauer abweichen. Stand: 18.03.2021
Schuldzinsen
Schuldzinsen die betrieblich veranlasst sind, stellen Betriebsausgaben dar. Der Abzug wird eingeschränkt, wenn Überentnahmen vorliegen und Schuldzinsen gezahlt wurden, die nicht für Finanzierung von angeschafften Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens sind. Stand: 18.03.2021
Selbstkosten
Selbstkosten sind alle Kosten, welche bei der Herstellung und der Veräußerung von Wirtschaftsgütern anfallen. Dies sind die Herstellungs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten. Für die Berechnung der Selbstkosten werden Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten berücksichtigt. Stand: 18.03.2021
Tausch
Besteht das Entgelt für eine Lieferung auch in einer Lieferung, wird dies als Tausch bezeichnet. Handelt es sich bei dem Entgelt für eine sonstige Leistung um eine Lieferung oder sonstige Leistung, dann liegt ein tauschähnlicher Umsatz vor. Muss zusätzlich noch eine Aufzahlung geleistet werden, so handelt es sich um einen Tausch beziehungsweise tauschähnlichen Umsatz mit Baraufgabe. Die Anschaffungskosten des erhaltenen Wirtschaftsgut bemessen sich nach dem gemeinen Wert des hingegebenen Wirtschaftsguts. Umsatzsteuerlich stellt der Wert des anderen Umsatzes die Bemessungsgrundlage für den Tausch oder den tauschähnlichen Umsatz dar. Eine Rückgängigmachung der Lieferung, eine Rücklieferung sowie ein Umtausch stellen daher keinen Tausch dar. Stand: 18.03.2021
Tauschähnlicher Umsatz
Besteht das Entgelt für eine sonstige Leistung um eine Lieferung oder sonstige Leistung, dann liegt ein tauschähnlicher Umsatz vor. Muss zusätzlich noch eine Aufzahlung geleistet werden, so handelt es sich um einen Tausch beziehungsweise tauschähnlichen Umsatz mit Baraufgabe. Die Anschaffungskosten des erhaltenen Wirtschaftsgut bemessen sich nach dem gemeinen Wert des hingegebenen Wirtschaftsguts. Umsatzsteuerlich stellt der Wert des anderen Umsatzes die Bemessungsgrundlage für den Tausch oder den tauschähnlichen Umsatz dar. Eine Rückgängigmachung der Lieferung, eine Rücklieferung sowie ein Umtausch stellen daher keinen Tausch dar. Stand: 18.03.2021
Teilwert
Teilwert ist der Betrag den ein Erwerber bei Erwerb des gesamten Betriebs mit Betriebsfortführung für ein einzelnes Wirtschaftsgut ansetzen würde. Ist der Teilwert eines Wirtschaftsguts vorübergehend niedriger, so besteht handels- als auch steuerlich ein Ansatzverbot für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. In der Handelsbilanz liegt für den Fall einer dauerhaften Wertminderung ein Ansatzzwang für das Anlagevermögen vor. Im Umlaufvermögen muss handelsrechtlich der niedrigere Wert berücksichtigt werden, egal ob dieser vorübergehend oder dauerhaft gegeben ist. Steuerlich ist dies nur bei einer dauerhaften Wertminderung im Umlauf- und im Anlagevermögen möglich. Es besteht ein Ansatzwahlrecht. Sind die Gründe für den niedrigeren Teilwert weggefallen, so muss sowohl handels- als auch steuerrechtlich eine Wertaufholung bis höchstens zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen werden. Der Teilwert hat außerdem Bedeutung bei der Einlage von Wirtschaftsgütern. Diese erfolgt grundsätzlich zum Teilwert, bei bestimmten Wirtschaftsgütern höchstens jedoch mit den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Stand: 18.03.2021
Tilgung
Eine Schuld ist zurückzuzahlen. Dies stellt die Tilgung dar. Nach Höhe und Fälligkeit wird ein Tilgungsanteil für einen bestimmten Zeitraum oder Zeitpunkt berechnet. Der Tilgungsanteil ist keine Betriebsausgabe, sondern vermindert die Schuld. Stand: 18.03.2021
Umlaufvermögen
Vermögensgegenstände, die nicht dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen stellen Umlaufvermögen dar. Dazu zählen beispielsweise Vorräte, Waren, Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Kassenbestände und Bankguthaben. Sie sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf der Aktivseite der Bilanz auszuweisen. Ist der Teilwert niedriger, so ist er in der Handelsbilanz unabhängig davon maßgeblich, ob der niedrigere Wert von Dauer ist oder nicht. In der Steuerbilanz besteht keine Verpflichtung sondern ein Wahlrecht zum Ansatz des niedrigeren Teilwerts nur, wenn der niedrigere Teilwert von Dauer ist. Stand: 18.03.2021
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse sind der Teil der Erlöse in der Gewinn- und Verlustrechnung bzw. Einnahmenüberschussrechnung, die das Unternehmen mit seiner typischen Tätigkeit erwirtschaftet. Dies sind z.B. Erlöse aus dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen des eigenen Sortiments. Ein Verkauf von Anlagevermögen beispielsweise gehört nicht dazu. Stand: 18.03.2021
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist eine von der Steuernummer unabhängige Nummer, die auf Antrag zusätzlich erteilt wird. Der Antrag auf Erteilung der Nummer kann schriftlich oder elektronisch beim Bundeszentralamt für Steuern in Saarlouis gestellt werden. Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist Voraussetzung für die Anwendung der umsatzsteuerlichen Regelungen im EU-Binnenmarkt, wie z.B. bei einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung oder dem Reverse-Charge-Verfahren für Leistungen an einen anderen Unternehmen in einem Mitgliedsstaat. Außerdem kann die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer statt der persönlichen Steuernummer als Pflichtangabe auf einer Rechnung angegeben werden. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer ist Nachweis für die Unternehmereigenschaft des Leistungsempfängers und muss daher auf die Gültigkeit beim Leistenden überprüft werden, um z.B. eine Steuerfreiheit in Anspruch nehmen zu können. Diese Überprüfung erfolgt anhand einer Abfrage über das Internet oder schriftlich ebenfalls beim Bundeszentralamt für Steuern. Bei Organschaft ist für jedes Unternehmen (Organgesellschaft sowie Organträger) eine separate Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu beantragen. Stand: 18.03.2021
Umsatzsteuer-Voranmeldung
Ein Unternehmer ist verpflichtet eine Umsatzsteuervoranmeldung nach jedem Voranmeldungszeitraum an das Finanzamt zu übermitteln. Die Übermittlung muss er dabei in authentifizierter Form durchführen. Die Voranmeldung muss bis zum 10. Tag nach Ablauf eines Kalendervierteljahres übermittelt werden, wenn die Jahressteuer im Vorjahr oder bei Eröffnung geschätzt über 1.000 Euro aber höchstens 7.500 Euro beträgt. Bis 1.000 Euro kann das Finanzamt den Unternehmer von der Abgabepflicht befreien. Über 7.500 Euro ist die Voranmeldung monatlich abzugeben. Auf Antrag ist eine Dauerfristverlängerung um einen Monat möglich. Bei monatlicher Abgabe ist für die da Dauerfristverlängerung die Bereitstellung einer Sondervorauszahlung notwendig. Diese beträgt 1/11 der somit der Vorauszahlungen des vorangegangen Kalenderjahres. Stand: 18.03.2021
Umzugskosten
Umzugskosten, können als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden, wenn diese beruflich oder geschäftlich veranlasst sind. Dies liegt immer vor, wenn die Verkürzung der Fahrzeit für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mindestens 1 Stunde für Hin- und Rückweg beträgt. Keine private Veranlassung ist außerdem gegeben, wenn der Arbeitnehmer aus einer Dienstwohnung ausziehen muss oder bei einem Rückumzug bei doppelter Haushaltsführung. Stand: 18.03.2021
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten sind Schulden des Unternehmens, die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen werden. Sie stellen das Fremdkapital des Unternehmens dar und sind mit dem Rückzahlungsbetrag anzusetzen. In der Steuerbilanz dürfen zukünftige Wert– und Preissteigerung nicht berücksichtigt werden. Die Verbindlichkeiten lassen sich nach Laufzeit in kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten einteilen. Stand: 18.03.2021
Verlust
Ein Verlust stellt steuerlich ein negatives Ergebnis klar. Auf die Einkunftsart kommt es nicht an. Verluste können im selben Jahr mit anderen Einkünften verrechnet werden, wenn keine Beschränkung vorliegt. Ist anschließend noch ein Verlust vorhanden, wird dieser bis zu einer Höhe von 5 Mio/10 Mio Euro (bis 2019 und ab 2022: 1 Mio/2 Mio Euro) zurückgetragen, sofern nicht eine Beschränkung des Rücktrags beantragt wird. Aufgrund der Corona-Hilfe kann ein vorläufiger Rücktrag von 30% für das Jahr 2019 beantragt werden. Ein nach Verrechnung und Rücktrag noch nicht ausgeglichener Verlust wird in Höhe von 5 Mio./10 Mio. Euro (bis 2019 und ab 2022: 1 Mio/2 Mio Euro) vorgetragen, darüber hinaus kann er noch mit 60% geltend gemacht werden. Für die Gewerbesteuer erfolgt kein Verlustrücktrag. Stand: 18.03.2021
Vorsteuerabzug
Ein Unternehmer kann Vorsteuer geltend machen, wenn er diese in einer ordnungsgemäßen Rechnung für eine im Inland steuerpflichtige Lieferung oder sonstigen Leistung in Rechnung gestellt bekommen hat und ihm diese Rechnung vorliegt. Ordnungsgemäß ist eine Rechnung, wenn diese die Pflichtangaben gemäß §§ 14,14a UStG erfüllen. Außerdem ist der Vorsteuerabzug für deutsche Einfuhrumsatzsteuer sowie für Erwerbssteuer und Steuer die aufgrund des Revers-Charge-Verfahrens gezahlt wurde als Vorsteuer abzugsfähig. Für im Ausland bezahlte Vorsteuer gibt es gegebenenfalls die Möglichkeit eine Erstattung über ein Vorsteuervergütungsverfahren. In welchem Umfang dies möglich ist ist länderabhängig. Der Vorsteuerabzug setzt beim Unternehmer grundsätzlich die Erbringung von Abzugsumsätzen voraus. Ausschlussumsätze sind bestimmte steuerfreie Umsätze, wie z.B. die eines Arztes für medizinische Leistungen oder die eines Vermieters für Wohnräume. Stand: 18.03.2021
Vorsteuerberichtigung
Ist Vorsteuer abgezogen worden, kann unter Umständen eine Vorsteuerberichtigung in Betracht kommen, wenn sich später die Verhältnisse ändern. Diese ist aber nur notwendig, wenn die gesamte Vorsteuer für die zu berichtigende Leistung mehr als 1.000 Euro betragen hat. Beträgt die Änderung der Verhältnisse weniger als 10 % und der Änderungsbetrag maximal 1.000 Euro so kommt eine Berichtigung ebenfalls nicht in Betracht. Sind die Werte überschritten dann ist noch fraglich, Ob der Änderungsbetrag 6.000 Euro überschreitet. In diesem Fall muss eine Berichtigung in der laufenden Umsatzsteuervoranmeldung erfasst werden. Darunter erfolgt die Berichtigung in der Jahres Erklärung. Stand: 18.03.2021
Werkleistung
Bei einer Werkleistung, benutzt der Werkunternehmer Hauptstoffe, die er nicht selbst beschafft hat, sondern in der Regel vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt bekommen hat. Vom Werkunternehmer selbst kommen dann nur Zutaten oder Nebenstoffe. Umsatzsteuerlich handelt es sich somit um eine sonstige Leistung. Stand: 18.03.2021
Werklieferung
Im Gegensatz zur Werkleistung, verwendet ein Unternehmer hier selbst beschaffte Stoffe. Dabei sind auch Hauptstoffe selbst beschafft, nicht nur Zutaten oder Nebenstoffe. In diesem Fall liegt eine Lieferung vor. Stand: 18.03.2021
Wiederkehrende Nutzungen und Leistungen
Wiederkehrende Leistungen sind Leistungen in Geld oder Geldeswert, die in gewissen Zeitabständen wiederkehrend erbracht werden, wie z.B. Renten, Dauernde Lasten oder Unterhaltsleistungen. Sie können lebenslänglich, immerwährend, von unbestimmter Dauer oder nur für eine bestimmte Zeitdauer vorliegen. Steuerlich können diese beim Empfänger Einnahmen im Rahmen einer Einkunftsart darstellen. Beim Leistenden kann ein Abzug als Betriebsausgabe, Werbungskosten oder Sonderausgaben möglich sein, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen. Verbindlichkeiten sind mit dem Barwert anzusetzen. Anschaffungskosten für ein Wirtschaftsgut mit dem Barwert oder Zeitwert. Stand: 18.03.2021
Wirtschaftsjahr
Das Wirtschaftsjahr ist der Zeitraum, für den regelmäßig Abschlüsse gemacht werden. Es handelt sich um einen Turnus von 12 Monaten und damit bei Gewerbetreibenden regelmäßig um das Kalenderjahr und bei Land- und Forstwirten um das letzte und erste Halbjahr (01.07.-30.06.). Ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr ist auch bei Gewerbetreibenden möglich, wenn das Finanzamt zustimmt. Das Ergebnis ist für die Besteuerung bei der Land- und Forstwirtschaft auf die Kalenderjahre aufzuteilen und bei Gewerbetreibenden mit abweichendem Wirtschaftsjahr in dem Kalenderjahr bezogen, in dem das Wirtschaftsjahr endet. Bei Beginn oder Ende der Tätigkeit liegt ausnahmsweise ein Wirtschaftsjahr mit einer geringeren Monatsanzahl vor. Für einen Steuerpflichtigen der seinen Gewinn nach Einnahmenüberschussrechnung ermittelt, kann kein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr gewählt werden. Stand: 18.03.2021
Zusammenfassende Meldung
Eine Zusammenfassende Meldung muss abgegeben werden, wenn ein Unternehmer, eine innengemeinschaftliche Lieferung oder bestimmte sonstige Leistungen an Unternehmer in anderen EU-Mitgliedsstaaten ausführt. Eine elektronische Datenübermittlung ist Pflicht. Bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung muss die Übermittlung bis zum 25. des auf das Quartal folgenden Monats übermittelt werden, wenn der Wert der Lieferungen 50.000 Euro pro Vierteljahr nicht übersteigt. Liegt er darüber muss die Übermittlung monatlich erfolgen bis 25. des Folgemonats. Bei sonstigen Leistungen gem. § 3a Abs. 2 UStG muss der Unternehmer die Zusammenfassende Meldung vierteljährlich bis zum 25. des Folgemonats übermitteln. Ausnahmsweise ist eine jährliche Übermittlung möglich. Stand: 18.03.2021
Zuschuss
Ein Zuschuss ist ein Vermögensvorteil von privaten oder öffentlichen Zuwendenden. Umsatzsteuerlich ist ein Zuschuss nicht steuerbar, wenn er nicht aufgrund einer Leistung erbracht wird. Wird ein Zuschuss für die Anschaffung eines Wirtschaftsguts des Anlagevermögens gewährt, so besteht einkommensteuerrechtlich ein Wahlrecht. Es ist möglich, den Zuschuss als sofortige Betriebseinnahme zu behandeln oder aber erfolgsneutral, indem die Anschaffungs- und Herstellungskosten um den Zuschuss gekürzt werden. Bei Abweichungen von der Handelsbilanz, ist die Aufnahme des Wirtschaftsguts in ein besonderes Verzeichnis notwendig. Andere Zuschüsse die mit betrieblichen Aufwendungen oder Erträgen in Zusammenhang stehen sind Betriebseinnahmen. Auch die ausgezahlte Corona-Hilfe stellt eine steuerpflichtige Betriebseinnahme dar. Beim Zuschussgeber kann ein immaterielles Wirtschaftsgut oder aber auch eine Betriebsausgabe vorliegen. Stand: 18.03.2021